Ki- im Vorabendprogramm

Zwischen Popcorn und kulturellem Burnout erleben wir 2025 die neueste Serienmode: Drehbücher made by Algorithmus. Netflix nennt das Fortschritt. Ich nenne es: Inhaltsleere mit WLAN.

Der Plot? Maschinen regieren die Welt. Schon wieder. Figuren wie aus dem Copy-Paste-Baukasten, Dialoge in Toastbrot-Textur, Spannung wie bei einer Steuererklärung. Alles visuell glatt, emotional steril – perfekt für gelangweilte Goldfische mit WLAN.

Ja, die Harlan-Coben-Thriller auf Netflix sind geil. Bis man merkt: Es ist immer dieselbe Schablone. Tochter weg, Vater lügt, dunkle Vergangenheit im Vorgarten, Plot-Twist bei Minute 37. Der Zuschauer erkennt’s inzwischen beim Vorspann.

Und dann der Tatort. Will cool sein. Wird aber „PowerPoint mit Mordfall“. Die Kommissarin zitiert Chatverläufe, der Täter ist ein Systemfehler, und irgendwo piept ein Kühlschrank, weil niemand einen echten Plot eingeschaltet hat.

Sie wollten Netflix machen – nur halt in günstig. Mit 12,80 Euro Budget und Nebelmaschine aus dem Baumarkt.

Bald fragt uns der Vorspann, ob wir weiterschauen oder doch lieber wieder Menschen schreiben lassen wollen. Aber echte Ideen? Sind halt gerade nicht im Trend.

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