Mein 1. Sandalenbeitrag – heute : Achtsamkeit

Achtsamkeit klingt oft größer, als sie sein muss. Dabei geht es nicht um perfekte Ruhe, stille Räume oder besondere Rituale – sondern um etwas sehr Praktisches: einen Moment früher merken, was gerade passiert. Im Kopf. Im Körper. Im Tonfall. Und dann nicht automatisch in die gleiche Richtung loslaufen wie immer.

Denn genau dort, in dieser kleinen Sekunde zwischen Reiz und Reaktion, liegt der Unterschied. Wer Achtsamkeit übt, wird nicht „immer gelassen“. Aber Ihr könnt schneller erkennen: Jetzt kippt es. Jetzt werde ich hart, jetzt werde ich klein, jetzt werde ich unfreundlich zu mir selbst, jetzt rutsche ich in diesen alten Reflex, der zwar vertraut ist – aber selten hilfreich.

Achtsamkeit bedeutet dann nicht, alles auszuhalten. Sie bedeutet auch nicht, ständig nett zu bleiben. Sie bedeutet: klarer sehen, bevor man handelt. Und manchmal ist das schon genug, um eine Situation nicht eskalieren zu lassen – oder sich hinterher nicht zu fragen, warum man wieder genau so reagiert hat.

Das Schöne ist: Achtsamkeit funktioniert in Mini-Version.

Ein Atemzug, bevor Ihr antwortet.

Ein kurzer Check: Was brauche ich gerade wirklich?

Ein inneres Stoppschild, wenn der Kopf wieder in Dauerschleife läuft.

Ein Satz, der Euch zurückholt: Ich kann später reagieren. Ich muss jetzt nicht.

Es sind diese kleinen Momente, die sich summieren. Nicht spektakulär, nicht „instagrammable“ – aber wirksam. Und oft spürt man es zuerst an ganz einfachen Dingen: weniger inneres Nachbeben, weniger Grübeln, weniger Energieverlust an Stellen, wo er nicht nötig ist.

Achtsamkeit ist am Ende kein Extra. Sie ist eine Form von innerer Ordnung. Und die kann man nicht nur brauchen – man kann sie auch lernen.