Wenn aus Schreiben ein Familienprojekt wird

Es gibt Momente, in denen ich mich frage: Warum mache ich das eigentlich? Warum setze ich mich Abend für Abend hin und hoffe, dass irgendwo da draußen jemand genau diese Geschichte lesen möchte?

Die Antwort sitzt meist am Küchentisch. Oder tippt hektisch auf dem Handy herum, weil der Führerschein sich schließlich nicht von alleine bezahlt.

Wenn die Familie zur Redaktion wird

Was als mein persönliches Projekt begann, ist längst eine Familienangelegenheit. Meine Tochter, die ich nur um eine “schnelle Meinung” bat, ist zur gnadenlosen Chefredakteurin mutiert. “Mama, das ergibt keinen Sinn”, “Diese Szene zieht sich” – ihre Kommentare sind präzise, manchmal schmerzhaft ehrlich, aber immer treffend. Und die Bilder, die sie beisteuert, hauchen den Geschichten visuell Leben ein.

Dann mein Sohn: offiziell Leiter der “Marketing-Abteilung”, inoffiziell ein junger Mann mit einem sehr konkreten Ziel – der Führerschein. Seine Motivation ist kristallklar. Social Media, von dem ich kaum etwas verstehe, ist sein Terrain. Er entwickelt Strategien, experimentiert mit Hashtags und erklärt mir geduldig, warum ein Reel besser funktioniert als ein Post.

Wenn alles anders kommt

Die Wahrheit ist: Ich verdiene kaum etwas mit dem Schreiben. Die Verkaufszahlen sind mager. Die Lesungen für Februar? Abgesagt. Die Vorträge? Verschoben. Und dann auch noch der Beinbruch. Ausgerechnet jetzt.

Mein Sohn schaut mich an: “Mama, wegen dem fehlenden Absatz wird das mit dem Führerschein wohl nichts, oder?” Und ich sitze hier, mit dem Gipsbein hochgelagert, und weiß nicht, ob ich lachen oder weinen soll.

Was wirklich zählt

Trotzdem: Die schönsten Momente entstehen nicht, wenn eine Bestellung reinkommt. Sie entstehen, wenn meine Tochter neben mir sitzt und Korrektur liest. Wenn mein Sohn seine Kampagnenideen präsentiert, als wären wir ein millionenschweres Unternehmen, auch wenn wir pro Buch nur 4 Euro verdienen… Werbung noch dazu.

Das Schreiben hat uns zusammengebracht. Auch in schwierigen Zeiten. Vielleicht gerade dann.

Falls ihr also gerade ein gutes Buch sucht… nur so als Idee. Ein Führerschein kostet eine Menge Geld, ein Beinbruch leider auch Zeit und Nerven, und mein Marketing-Chef und ich würden uns wirklich sehr freuen.


Manchmal sind es die kleinen Familienprojekte, die uns durchhalten lassen – auch wenn’s gerade nicht leicht ist.

Traumjob zu vergeben: Haushaltsfee mit Masochismus-Tendenz gesucht

Stellenanzeige der besonderen Art – oder: Wie man mit Gipsbein die totale Kontrolle verliert

Ihr Lieben, heute präsentiere ich euch eine einmalige Karrierechance. Ich suche nämlich – Trommelwirbel bitte – ein Mädchen für Alles. Ja, wie zu Großmutters Zeiten, nur dass Großmutter vermutlich wenigstens ein funktionierendes Haushaltsgeld hatte.

Die Ausgangslage (oder: Wenn Murphy’s Law persönlich wird)

Stellt euch vor: Ich liege hier dekorativ im Bett, ausgestattet mit einem frisch gegossenen Gipsbein. Old School natürlich, so richtig schwer und unpraktisch. Quasi wie eine moderne Skulptur, nur dass ich die unfreiwillige Künstlerin bin.

Der Haushalt läuft selbstverständlich weiter – nur ohne mich. Die Wäscheberge wachsen, der Kühlschrank leert sich, und irgendwo müffelt es verdächtig. Vermutlich der Biomüll. Oder meine Motivation.

Das Anforderungsprofil (oder: Gesucht wird Mary Poppins ohne Gehalt)

Die perfekte Kandidatin bringt mit:

Kochkünste: Idealerweise kannst du aus drei welken Karotten und einer Packung Nudeln ein Drei-Gänge-Menü zaubern. Sternekoch-Niveau wäre nett, Hauptsache essbar reicht aber auch.

Wäsche-Management: Du siehst einen Wäscheberg und denkst nicht an Flucht, sondern an Herausforderung.

Putz-Enthusiasmus: Chaos macht dir nichts aus. Im Gegenteil – du liebst es, Ordnung in hoffnungslose Fälle zu bringen.

Geduld: Mit gipsgebundenen, leicht gereizten Auftraggeberinnen, die vom Bett aus “hilfreiche” Tipps geben.

Das unschlagbare Gehaltspaket (oder: Luftschlösser sind auch eine Währung)

Kommen wir zum Highlight: der Vergütung!

Mein Dienstwagen befindet sich leider… ach, Moment. Ich habe gar keinen. Öffentliche Verkehrsmittel sind doch auch charmant, nicht wahr? Frische Luft! Bewegung! Abenteuer!

Bezüglich des Gehalts: Der eigentlich zuständige Sponsor (aka “der Ex”, “Herr Verschwunden”, oder wie ich ihn liebevoll nenne: “der Schlappschwanz”) hat beschlossen, dass Kommunikation und finanzielle Verpflichtungen überbewertet sind. Nummer gewechselt. Unerreichbar. Ghosting auf Profi-Niveau.

Aber ich biete: Unendliche Dankbarkeit! Gute Gespräche! Das warme Gefühl, jemandem wirklich geholfen zu haben! Das ist doch besser als schnödes Geld, oder?

Jetzt bewerben!

Also, wer hat Lust auf dieses einzigartige Abenteuer? Wer möchte mal so richtig gebraucht werden? Wer sagt schon nein zu unbezahlter Care-Arbeit mit Aussicht auf… äh… Erfüllung?

Ich warte hier. Im Bett. Bewegungsunfähig. Ohne Auto. Ohne zahlungswilligen Ex. Aber mit einer ordentlichen Portion Galgenhumor.

P.S.: Falls jemand meinen Ex findet – er ist vermutlich gerade dabei, “sich selbst zu finden”. Vielleicht findet er dabei ja auch sein Portemonnaie.


Bleibt beweglich, Leute – körperlich UND finanziell!

War übrigens mit dem Hund rennen. Glatteis ist ein ziemlicher Mist. Dem Hund geht’s aber gut.