Der Gips- Teil 2

Ich sitze im Bett, weil schon das kleinste Bewegen meines Gipsbeins zuverlässig zur schmerzhaften Grundsatzdiskussion führt. Also bleibe ich liegen. Aus reiner Vernunft – und weil Tramal allein keinen Heldenroman schreibt.

Nebenbei arbeite ich konsequent an der Beziehungspflege: Ich ärgere meinen Freund. Die Haustiere sind hingegen begeistert. Endlich bin ich einmal dauerhaft verfügbar, um Köpfe zu kraulen, ohne zwischendurch auf die Idee zu kommen, aufzustehen.

Zur Ablenkung laufen Thriller. Das ist fast stimmig: Im Fernseher wird gejagt, ermittelt und gerettet – und ich kämpfe derweil mit der gefährlichsten Gegnerin der Saison: der eigenen Position im Bett.

Wusstet ihr, dass es eine Inspektor Lynley- Serie gibt?

Trotz allem wandern die Gedanken schon zum nächsten Buch. Offenbar ist das mein inneres Parallelprogramm. „Das Sandalenbuch“ ist dabei erst der Anfang: der Startpunkt einer Reihe Mitohnesahne-Lifehacks – alltagstauglich, klar, ohne Predigtton. Achtsam, ja. Nett nur, wenn’s sich lohnt.

Ein kleiner Dämpfer aus dem Haushalt: Meine Tochter fand es nach Kapitel 2 zeitweise langweilig und erst ab Kapitel 4 wieder richtig interessant. Ich nehme das als ehrliches Lektorat. Kapitel 2 ist Fundament – ab 4 wird es spürbar schärfer, konkreter, besser.

Wer also ein Buch möchte, das nicht einlullt, sondern im entscheidenden Moment zwischen Reiz und Reaktion wieder Handlungsfähigkeit zurückgibt: Das Sandalenbuch. Es ist eine Art Kurs. Ab Kapitel 4 gern mit diesem Blick, der sagt: „Siehste.“