Hauptsache angepasst

Sitz still. Sei freundlich. Sei höflich. Stell dich nicht so an. Mach dich nicht so wichtig.

Sei bitte schön unauffällig.

Denn das ist es, was diese Gesellschaft wirklich will: Dass du funktionierst.

Nicht denkst. Nicht fragst. Nicht zweifelst. Nicht störst.

Kinder sollen still sein, aber kreativ.

Alte sollen ruhig sein, aber dankbar.

Kranke sollen verschwinden, aber bitte nicht klagen.

Arme sollen arbeiten, aber keine Ansprüche stellen.

Frauen sollen lächeln, aber nicht laut sein.

Männer sollen stark sein, aber verletzlich bitte nur in homöopathischen Dosen.

Und alle zusammen sollen bitte daran glauben, dass das hier normal ist.

Wir leben in einer Gesellschaft, die Burnout für ein Karriere-Upgrade hält,

aber Therapie für Schwäche.

Die Influencer bejubelt, die auf Privatinseln Detox machen,

aber alle belächelt, die montagmorgens nicht aus dem Bett kommen.

Die lieber Selfies postet als sich selbst zu reflektieren.

Wir leben in einer Gesellschaft, die lieber Werbung für Achtsamkeit macht, als sich mal achtsam anzuschauen, was sie da eigentlich mit uns macht.

Was wir bräuchten, wäre Mut zur Reibung.

Aber Reibung bringt Konflikte, und Konflikte stören den Betriebsablauf.

Und so halten wir uns lieber gegenseitig ruhig – mit Ratschlägen, Labels, Diagnosen und Social-Media-Filtern.

Hauptsache, es stört nicht.

Hauptsache, alles bleibt wie es war.

Hauptsache, die Fassade hält.

Aber: Sie bröckelt längst!

Denn immer mehr Menschen haben keine Lust mehr, sich für diese absurde Normalität zu verbiegen.

Immer mehr sagen: Ich mach da nicht mehr mit.

Nicht, weil sie rebellisch sind. Sondern weil sie endlich verstanden haben:

Nicht sie sind das Problem.

Sondern das System, das Störung mit Schwäche verwechselt.

Und Stille –

mit Gesundheit.

8 Gedanken zu “Hauptsache angepasst

    1. Das stimmt. Aber ich sehe das hier nicht. Man hat hier mehr Zeit, den Belgien ist grundsätzlich langsam und achtsam . In Allem! Selbst beim einkaufen ist es gemütlich. Es dauert, solange es eben dauert. Deutschland muss dringend seine Ruhe finden und seinen Umgang mit den Menschen überdenken. Mir fällt das jetzt erst extrem auf. Alles rennt, hetzt, lästert und keift! Denunziert und zeigt an. Das ist übel und das macht den Staat auf Dauer kaputt, weil es die Menschen kaputt macht.

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      1. Ich glaube hier auch nicht das es jedes 2te Kind ist.
        Ich denke das es oft ein Vorwand ist un sich nicht mit seinem Kind zu beschäftigen.
        Bei mir war das Borderline.
        Das klebt seitdem an mir.
        Ich bin und bleibe der Meinung ich habe es nicht.
        Es gibt heute hoffentlich nichts schriftliches darüber.
        Ich bin anders aber mit der Psyche ist alles ok.

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      2. Ja, das ist klar… angeblich sind alle irgendwie „krank“ . Das ist ein Geschäftsmodell mit allen möglichen therapeutischen und erzieherischen Maßnahmen. Es gibt zu viele unterbezahlte, oder Arbeitslose sozialpädagogische „Fachkräfte“. Niemand will den Job- aber der Bedarf ist riesengroß. Komische Sache das 🙄

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      3. Ja, leider,
        diese Fachkräfte arbeiten doch alle auf dem dritten Arbeitsmarkt um Menschen wie mich auf die Spur zu bringen.😂
        Ich hab schon sooo viele kennengelernt wo uch mich fragte gut das man die nicht auf Kinder los lässt.
        Und das das die nur mit „Erwachsenen“ arbeiten.🤣

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