Traumjob zu vergeben: Haushaltsfee mit Masochismus-Tendenz gesucht

Stellenanzeige der besonderen Art – oder: Wie man mit Gipsbein die totale Kontrolle verliert

Ihr Lieben, heute präsentiere ich euch eine einmalige Karrierechance. Ich suche nämlich – Trommelwirbel bitte – ein Mädchen für Alles. Ja, wie zu Großmutters Zeiten, nur dass Großmutter vermutlich wenigstens ein funktionierendes Haushaltsgeld hatte.

Die Ausgangslage (oder: Wenn Murphy’s Law persönlich wird)

Stellt euch vor: Ich liege hier dekorativ im Bett, ausgestattet mit einem frisch gegossenen Gipsbein. Old School natürlich, so richtig schwer und unpraktisch. Quasi wie eine moderne Skulptur, nur dass ich die unfreiwillige Künstlerin bin.

Der Haushalt läuft selbstverständlich weiter – nur ohne mich. Die Wäscheberge wachsen, der Kühlschrank leert sich, und irgendwo müffelt es verdächtig. Vermutlich der Biomüll. Oder meine Motivation.

Das Anforderungsprofil (oder: Gesucht wird Mary Poppins ohne Gehalt)

Die perfekte Kandidatin bringt mit:

Kochkünste: Idealerweise kannst du aus drei welken Karotten und einer Packung Nudeln ein Drei-Gänge-Menü zaubern. Sternekoch-Niveau wäre nett, Hauptsache essbar reicht aber auch.

Wäsche-Management: Du siehst einen Wäscheberg und denkst nicht an Flucht, sondern an Herausforderung.

Putz-Enthusiasmus: Chaos macht dir nichts aus. Im Gegenteil – du liebst es, Ordnung in hoffnungslose Fälle zu bringen.

Geduld: Mit gipsgebundenen, leicht gereizten Auftraggeberinnen, die vom Bett aus “hilfreiche” Tipps geben.

Das unschlagbare Gehaltspaket (oder: Luftschlösser sind auch eine Währung)

Kommen wir zum Highlight: der Vergütung!

Mein Dienstwagen befindet sich leider… ach, Moment. Ich habe gar keinen. Öffentliche Verkehrsmittel sind doch auch charmant, nicht wahr? Frische Luft! Bewegung! Abenteuer!

Bezüglich des Gehalts: Der eigentlich zuständige Sponsor (aka “der Ex”, “Herr Verschwunden”, oder wie ich ihn liebevoll nenne: “der Schlappschwanz”) hat beschlossen, dass Kommunikation und finanzielle Verpflichtungen überbewertet sind. Nummer gewechselt. Unerreichbar. Ghosting auf Profi-Niveau.

Aber ich biete: Unendliche Dankbarkeit! Gute Gespräche! Das warme Gefühl, jemandem wirklich geholfen zu haben! Das ist doch besser als schnödes Geld, oder?

Jetzt bewerben!

Also, wer hat Lust auf dieses einzigartige Abenteuer? Wer möchte mal so richtig gebraucht werden? Wer sagt schon nein zu unbezahlter Care-Arbeit mit Aussicht auf… äh… Erfüllung?

Ich warte hier. Im Bett. Bewegungsunfähig. Ohne Auto. Ohne zahlungswilligen Ex. Aber mit einer ordentlichen Portion Galgenhumor.

P.S.: Falls jemand meinen Ex findet – er ist vermutlich gerade dabei, “sich selbst zu finden”. Vielleicht findet er dabei ja auch sein Portemonnaie.


Bleibt beweglich, Leute – körperlich UND finanziell!

War übrigens mit dem Hund rennen. Glatteis ist ein ziemlicher Mist. Dem Hund geht’s aber gut.

6 Gedanken zu “Traumjob zu vergeben: Haushaltsfee mit Masochismus-Tendenz gesucht

  1. Sehr schön geschrieben; es könnte [Achtung Ironie] dazu verleiten, sich der Herausforderung zu stellen.
    Qualifikation: abgeleiteter Grundwehrdienst, abgeschlossenes Studium und …. ganz wichtig: kein Konto bei der Sparkasse in Gelsenkirchen Buer und ich kann aus allen Fix und Foxiheften der letzten 25 Jahre rezitieren…
    Na, ‚is that nix‘

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  2. sollte das problem echt sein, gute und schnelle besserung. die stellenbeschreibung hat mich grinseln lassen und hört sich attraktiv an für mich. muss aber leider anderer verpflichtungen wegen verzichten.

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