Typisch

Zwei Chefs-

Der eine ruhig, intelligent, besonnen und bedacht… sehr erfolgreich, ein Geschäftsmann.

Der andere laut, aufbrausend, ein Selbstdarsteller, unbedacht, jung, genial in seinem Fach, das Herz auf der Zunge, der Italiener, aber Geschäftsmann…

Vivere

Ich liebe italienisches Essen. Ich könnte stundenlang beim Pizza backen zusehen. Zuhören, wenn sie in der Küche Witze machen, wenn die Pizza frisch und knackig, mit einem Augenzwinkern,im Karton verschwindet.

Die Spaghetti mit Scampi sind ein Traum und den Kaffee könnte ich literweise genießen. Im Moment muss ich nur über die Straße. Nice to stay

Old School Barbers

Meine Jungs werden kleine Männer. In Luxemburg zum Friseur zu gehen ist ein kleines Luxus- Event. Also haben wir uns auf zum Einkaufszentrum gemacht und den Barbier konsultiert. Ein Laden, in dem logischerweise nur Männer arbeiten, Bärte, Haare und vor allem männliche Konversation pflegen. Konversation mit meinen Jungs war recht schwierig. Im Laden herrschte ein lustiges Sprachengewirr in Englisch, Luxemburgisch, Deutsch und Französisch. Irgendwie verstanden das nach einiger Zeit auch meine Jungs und hatten Spaß. Tausend Dosen, Bilder, Flaschen und Rasierzeug in jeder erdenklicher Form. Es gab jede Menge zu sehen. Noch mehr zu wissen….

Leider hat ein Siebenjähriger und ein Zehnjähriger kein Bartwuchs, aber es gab trotzdem Pflege. Kunden kann man ja auch anerziehen. Also bekamen sie warme Handtücher ins Gesicht, Kopfmassage und Cremes, Gels und jede Menge Unterhaltungsprogramm. Zeit nimmt man sich auch, seeeeeehr viel Zeit. Ich habe mit meinen Jungs noch nie solange im Friseur, oh sorry- Barbier verbracht.

Ich liebe diesen Laden, auch wenn er für mich leider tabu bleibt !

Handtaschen

Andere Frauen sammeln Klamotten, Schuhe oder Make-up. Ich Handtaschen.

Allerdings keine Hermes oder Gucci, das kann ja jeder. Ich besitze eine Strenesse und diverse Marc o Polo Taschen. Desingual und diverse George- Gina & Lucy Kostbarkeiten. Liebeskind und verschiedene italienische Desinger. Also eher gutes preisliches Mittelfeld. Ich kaufe nach Gefallen. Praktisch und schön sollen sie sein. Eine gewisse Größe haben und mein Fotoapparat sollte hineinpassen. Oder beide… oder noch das Objektiv. … naja.

Eben im Laden stand da eine Tasche und schrie: „Kauf mich! Ich werde Dich sonst tagelang und wochenlang verfolgen….“

Ohne Worte. Sie ist weiß und wunderhübsch …

Stilblüten

Krokus im Garten… „Mama guck mal, da wachsen Kroketten!“

„Osterhase ist aber ein Wort !“ „Egal, gibt es sowieso nicht! “

Großnichte (4) zu ihrem Opa, der gerade ankommt und das Treppenhaus hochschnauft :“Ach, Du schonwieder!“

Drei Mädels zwischen 7 Jahren und 15 Monaten spielen Anna und Elsa. Plötzlich hat der Sitzsack ein Loch. Es schneit!!!

Frühling

Meine Arbeit stagniert im Moment. Sehr zur Freude meiner Kinder und meiner Hobbys. Naja- etwas Auszeit ist auch gut.

In Nachbarland feierte man gestern die Mitte der Fastenzeit mit einem Umzug. “ Calvalcade“ in Esch sur Alsette . Ich war nicht da, aber mein gesamtes berufliches Umfeld erholt sich heute von den Alkoholfolgen des Wochenendes. Es ist wohl schlimmer als Karneval in Deutschland. Diese Woche ist also easy going hier. Mach mal was anderes!

Auf dem Berg hat am Samstag ein neuer Aldi eröffnet, wir starten jetzt zur Aldi- Shopping-Tour über die Grenze. Ich bin gespannt. Es gibt Baguette und Brause im Auto- jede Menge gute Laune und einfach einen entspannten Tag.

Stromlos

Seit ich hier wohne haben wir desöfteren Stromausfall. Letzte Woche waren es sechs Stunden am Rosenmontag, weil ein Baum in die Oberleitung gekippt ist und gerade eben ist wieder alles tot. Wahrscheinlich dauert es aber auch wieder länger, denn Sonntags ist hier alles langsamer.

Die ganzen Dörfer im Umkreis sind betroffen.

Unter der Woche ist der Anlaufpunkt für Informationen immer unser Dorfladen. Der hat ein Notstromaggregat und permanent gut gelaunte Verkäuferinnen. Es ist der einzigste deutsche Laden im Umkreis von x Kilometern, der dreizehn Stunden und Sonntags offen hat. Sonntag von 7-11. täglich von 6- 19Uhr, Samstag bis 18 Uhr.

Als ich aus dem tiefsten Eifeldorf kam und hier zum ersten Mal wieder in der Zivilisation nächtigte, könnte ich es kaum fassen, dass dauerhaft Leute auf der Straße zu sehen waren, immer Verkehr und selbst nachts Autos die Hauptstraße entlang fuhren. Es war ein gutes und tröstendes Gefühl, endlich aus der Abgeschiedenheit entkommen zu sein. Ich war ein Stadtmensch. Mindesten ein Kleinstadtmensch… 10000 Einwohner sind genau mein Ding. Da bin ich aufgewachsen, da fühle ich mich wohl. In der Eifel verlor ich als erstes mein Privatleben, als zweites sämtlichen Komfort, den ein Kleinstadtmensch kennt. Sonntags frische Brötchen, Supermärkte mit reichhaltigem Frischeangebot, kaufen in den Mengen, die mir gerade so vorschwebten und nicht nur Notration, also meistens 2 Produkte einer Sorte, weil nicht mehr im Regal steht!

Bei Windeln und Babyprodukten bin ich irgendwann trotz einem guten Angebot in Sprudelstadt, auf Internetkauf umgestiegen. Den schleppen und die 20km bis zur Drogerie mussten ja auch bewältigt werden. Bei Lebensmitteln ist das so eine Sache. „Kaufe was da ist, nicht was Du möchtest“ ist mein Motto geworden. Granatäpfel und verschiedene Produkte die meine Kinder als „Weihnachtsobst und Sondergemüse“ bezeichnen, gibt es auch eben nur dann. Litschi, Spitzkohl, Granatäpfel, Süsskartoffel sind Dinge, die meine Kinder nicht wirklich gut kennen. Hier kauft man Kopfsalat, Kohl, Spiessbraten, Kartoffeln und Fleischwurst. Es ist eben ländlich und sie kennen es nur so. Für mich ist es schwieriger. Meine Verwandten senden öfter kleine Pakete mit frischem Rettich aus der Pfalz, Leberwurst und Saumagen. Das ist dann wie Weihnachten… nur für mich.

Seit ich hier wohne haben wir eine Verbesserung der Lebensqualität um 100%. Die Grenznähe macht es möglich. Sogar ein H&M habe ich das erste Mal nach 8 Jahren wieder von innen gesehen. Boutiquen, Blumengeschäfte, Baumärkte, Sportgeschäfte und sogar Möbelhäuser sind endlich mal keinen Tagestrip mehr entfernt. Gerolstein ist nicht der Nabel der Welt und das Umland ist zwar wunderschön aber gruselig und zurückgeblieben. Mittlerweile ist die Vulkaneifel Vergangenheit und ich bin froh. Es war zu eng, zu familiär, manchmal einfach zu indiskret.

Der Srom ist noch immer weg. Ich hoffe, dass es heute nochmal etwas wird, denn ich hätte gerne einen Kaffee.

Es ist 15.00 Uhr im Moment. Ich bin ja mal gespannt, wann der Beitrag online geht….

Der Tisch

Meine längste und beste Freundin, wie man das auf Entfernung und Häufigkeit unserer Treffen sagen kann, hat mir einiger ihrer Möbel gegeben. Sie hat sich verkleinert und ein wunderschönes Haus aus Holz gebaut und ich bin in ein großes altes Haus mit Charme gezogen. Ihre Couch war zu groß, mein Wohnzimmer kann locker zwei Sitzgelegenheiten vertragen…

Gebrauchte Couch ist eigentlich nicht mein Ding, aber das da bleibt ja irgendwie in der Familie.

Ihr alter Esstisch ist antik und aus wunderschönem altem, hellen Holz. Er misst 1,80 m in der Länge und ist perfekt, mit Stühlen dazu. Er steht jetzt auch in meinem Wohnzimmer, als Basteltisch. Ich hatte die Idee eine ganze Ecke des Raumes für de kreativen Inspirationen meiner Kinder zu reservieren. Eine Lego- Stadt, sämtliche Mal- und Bastelsachen finden sich dort. In Luxemburg habe ich alte Schränke besorgt. Einen großen alten dunklen Schrank mit Aufsatz und Glastüren. Oben für Bücher, unten für das Bastelmaterial. Die Kinder basteln nun seit Tagen, malen, bauen und werden zu kleinen Künstlern in Ihrem Lieblingsbereich. Ich liebe es. Das Beste ist, ich liege mit dem Laptop auf der Couch und sehe zu….

Hab Dich lieb I. Danke