Waffenstillstandstag

Heute ist in Belgien ein stiller Feiertag – kein Nationalfeiertag im eigentlichen Sinn (der ist am 21. Juli), aber ein offizieller Gedenktag: der Waffenstillstand vom 11. November 1918.

Man merkt es daran, dass vieles langsamer läuft: Banken und Behörden bleiben zu, viele Geschäfte haben verkürzte Öffnungszeiten, an manchen Denkmälern liegen frische Kränze. Kein großes Feuerwerk, keine Volksfeste – eher ein kurzes Innehalten im Alltag.

Kein deutscher Karneval, kein Tamtam und Alkoholkoma. Nichts davon.

In einem Land, das so dicht an den ehemaligen Frontlinien liegt, ist dieser Tag mehr als ein freier Tag im Kalender. Er erinnert daran, wie schnell Grenzen, Felder und Dörfer zu Schauplätzen werden können, und wie fragil das ist, was wir heute für selbstverständlich halten: Frieden, Bewegungsfreiheit, ein halbwegs normaler Alltag.

Vielleicht ist das der sinnvollste Teil dieses „Feiertags“: einmal kurz bewusst wahrnehmen, dass es nicht überall auf der Welt so ruhig ist wie an einem grauen Novembermorgen in Belgien – und dass das keine Garantie, sondern ein Zustand ist, den man pflegen muss.

3 Gedanken zu “Waffenstillstandstag

    1. Es braucht DIR und unserer Generation nicht peinlich zu sein. Das ist genau das Problem der Deutschen. Falsches Schuldgefühl und fremde Scham. Wir in dieser Generation jetzt haben nichts damit zu tun. Wenn die Deutschen das verstehen würden, wäre es ein besseres Land!
      Die Belgier tragen uns Deutschen nichts nach. Sie verstehen dieses Schuldgefühl und die Scham nicht. Man freut sich an echtem Interesse für Belgien und das ist dann einfach so. Nur, was einen Belgier an einem Deutschen wirklich nervt ist seine Ungeduld. Seine ständige Unzufriedenheit und sein dauerndes Nörgeln. Das liegt aber vielleicht auch an der eigenen Unzufriedenheit mit Land, Kultur und Leuten IN Deutschland.
      Ich sehe es mittlerweile mit Abstand und kann eigentlich nur empfehlen sich dessen bewusst zu werden. Liebe Grüße 🖖

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