Früh

Die Nacht liegt noch flach auf den Dächern,

als hätte sie sich verweigert, zu gehen.

Zwischen drei und fünf

ist die Zeit der Wahrheiten,

ungeschönt, ohne Kulisse.

Kein Geräusch, das ablenkt,

kein Licht, das tröstet.

Nur das eigene Denken,

nackt bis auf den Kern.

Der Schlaf –

ein Gast, der mich meidet,

wie man einen Spiegel meidet,

der zu viel zeigt.

Und draußen,

hinter dem Glas,

der Tag,

der zögert, mich zu retten.

Warum ich nicht mitspiele bei „Trend-infantil“!

Alle Welt fliegt gerade auf „Ghibli-Ästhetik“ – Moos auf Steinen, melancholisches Nichtstun, Teetassen auf Holzfensterbänken. Und irgendwo im Hintergrund dudelt ein Pianostück, während jemand barfuß durch den Regen läuft.

Niedlich? Vielleicht.
Authentisch? Sicher nicht.

Ich bin raus. Ich brauche keine animierte Traumwelt mit übergroßen Augen und fliegenden Katzenbussen, um mich „verbunden mit der Natur“ zu fühlen. Ich wohne im Dreiländereck, ich HABE Nebel, Wildkräuter und gelegentlich eine Maus im Keller – ganz ohne Filter.

Und bevor jemand fragt: Nein, ich will auch keine Instagram-Story mit Spitzendecke, Buch und dampfender Tasse.

Ich trinke Kaffee schwarz. Ohne Sahne. Ohne Elfen. Ohne Geige im Hintergrund.

Ghibli ist süß. Wie Watte. Und Watte ist toll – für Ohrenentzündungen. Nicht fürs echte Leben.

Das erstellte Bild (ich habe gesagt: erstelle Frau Mitohnesahne) von KI-Chat sieht übrigens aus wie Heidi 🙂

Gebieter

Sie schauen nicht – sie dulden.

Ein Blinzeln, ein Schweif, ein Seufzen auf Samtpfoten.

Und wir, wir gehorchen.

Sie schenken Nähe wie ein seltenes Parfum: kostbar, flüchtig, nie ganz greifbar.

Ihr Rückzug ist Taktik, ihr Schweigen ein Befehl.

Wir kaufen die beste Decke, stellen das feinste Futter hin –

für ein Nicken, ein Schnurren, ein kurzes Bleiben.

Katzen lieben nicht, sie lassen sich lieben.

Und wir? Wir danken kniend für jede Sekunde.

Mein Sohn

Ich stand auf der Terrasse. Eigentlich wollte ich nur schnell den Wind spüren, vielleicht kurz in den Himmel schauen und an nichts denken. Und dann kam er.

Mein Sohn.

Mit dem Fahrrad.

In Richtung Haus.

Ich hätte schwören können, er ist fünf. Fünf Jahre alt, mit Helm auf halb acht, Schürfwunden am Knie und diesem entschlossenen Gesichtsausdruck, der immer sagte: Ich kann das allein, Mama.

Ich sah ihn oft so. Damals. Klein. Unerschütterlich. Mit Gummistiefeln im Sommer und Schoko im Gesicht.

Aber heute ist er sechzehn.

Er ist groß geworden. Länger als ich. Klüger in vielem. Und er schaut nicht mehr zu mir auf – sondern herunter, wenn er sagt:

„Ich hab dich lieb, Mama.“

Und dann steht da mein Herz plötzlich im Flur und weiß nicht, ob es lachen oder weinen soll. Weil dieser Moment so leise kommt. So unspektakulär. Und mir trotzdem den Atem raubt.

Wie lange ist das her, dass ich seine Schnürsenkel gebunden habe? Oder heimlich die Stützräder fester gezogen? Und jetzt fährt er einfach an, mit einem halben Leben in den Augen – und sagt so was.

„Ich hab dich lieb, Mama.“

Ich nicke. Ich lächle. Ich merke, wie mir das Herz fast rausfällt vor Rührung, aber ich tu so, als wäre alles ganz normal.

Weil es das ja auch ist.

Kaputt

Mein Daumen ist kaputt. Ein Stück Gelenk am Daumen links ist ab, aber ich kann das komplette Gelenk nicht mehr bewegen. Sehne ab? Nerv? Gestern 4 Stunden Notaufnahme im Krankenhaus, weil Samstag, und halb Ostbelgien verunfallt war, nur Röntgen. MRT und sowas ist leider erst ab Montag. Nun sitze ich und tippe mit einer Hand.

Suuuuper

Mein Aha- Moment der Woche

Jahrelang habe ich mich gefragt, was „Schlümpfe“ eigentlich sein sollen. Klingt niedlich, aber völlig sinnfrei. Bis ich im französischen Fernsehen ( haben wir hier zu 80%) über den Comic „Les Schtroumpfs“ gestolpert bin – und es klick gemacht hat:

Schtroumpf = Strumpf!

Na klar! Die kleinen blauen Wesen heißen im Französischen fast wie „Strumpf“. Und irgendjemand hat das damals einfach zu „Schlumpf“ eingedeutscht. Macht null Sinn, aber ist jetzt offiziell mein Lieblings-Fauxpas der Übersetzungsgeschichte.

Merci, Frankreich – endlich ergibt das Wort Schlumpf einen (halbwegs) textilen Sinn!

Aha-Moment des Tages: Schlümpfe = Strümpfe!

Grün- grüner Krieg

Oder warum der Bau und Besitz eines E-Autos den Krieg befeuert…

Kritischer Blick hinter die grüne Fassade

Elektroautos gelten als Hoffnungsträger der Mobilität – sauber, nachhaltig, klimafreundlich. Doch wer genauer hinsieht, entdeckt eine unbequeme Wahrheit: Der Bau eines E-Autos kostet nicht nur Ressourcen, sondern schürt auch globale Konflikte.

Der Preis seltener Erden

Für Akkus braucht man Lithium, Kobalt, Nickel – sogenannte „seltene Erden“. Sie kommen selten in stabilen Demokratien vor. Stattdessen werden sie oft unter katastrophalen Bedingungen abgebaut: im Kongo von Kindern in illegalen Minen, in Chile auf Kosten des Trinkwassers indigener Gemeinden, in China mit massiver Umweltzerstörung.

Wer Rohstoffe kontrolliert, kontrolliert Macht

Der Wettlauf um Ressourcen hat längst geopolitische Züge angenommen. Staaten sichern sich mit teils fragwürdigen Deals den Zugang zu Rohstoffen. Militärische Präsenz, Einflussnahme, Destabilisierung – all das gehört dazu. Der Traum vom sauberen Fahren hat also eine blutige Kehrseite.

Grün fährt nicht immer besser

E-Mobilität kann ein Baustein sein – aber nicht der Freifahrtschein zur Weltrettung. Wenn wir einfach nur den SUV gegen den E-SUV tauschen, ändert sich wenig. Nachhaltigkeit beginnt nicht beim Antrieb, sondern bei der Frage, wie viel Mobilität wir wirklich brauchen – und zu welchem Preis.

Wer also ein E-Auto fährt, fährt nicht automatisch auf der richtigen Seite. Die grüne Lackierung verdeckt oft nur den grauen Alltag der globalen Rohstoffpolitik. Zeit für eine ehrliche Debatte über echten Wandel – statt grüngewaschener Illusionen.

A Thought at the Edge of Ink, Ein Gedanke am Rand der Tinte

a poem by Elise d’Our

A Thought at the Edge of Ink

A whisper stirred behind my mind,
a fleeting ghost, a thread unlined.
It paced and pulsed, then dared to leap—
from silent dark to parchment’s keep.

No louder scream, no brighter light,
than thought unchained in black and white.
A scribbled sigh, a sentence freed,
a buried wound, a blooming seed.

Now ink remembers what I feared,
and holds the storm I never steered.
The page forgives, the silence sings—
my soul grows wings with written things.

Ein Gedanke am Rand der Tinte

Ein Flüstern regte sich in mir,
ein flücht’ger Hauch, ein leeres Wir.
Es pochte sacht, dann sprang es fort –
gebannt auf’s Blatt, an jenen Ort.

Kein lauter Schrei, kein hell’res Licht,
als wenn der Geist durch Zeilen bricht.
Ein Satz, befreit, ein leiser Laut,
aus tiefer Angst wird still vertraut.

Nun trägt die Tinte, was ich scheu,
und hält den Sturm, dem ich nicht treu.
Das Blatt verzeiht, das Schweigen klingt –
mein Herz bekommt, was fliegt: zwei Flügel aus Gedanken, leicht beschwingt.

Ki-generiertes WordPress Bild

Vegane Versuchung auf Instagram

Kaum scrollt man durch Instagram, tauchen sie auf: brillante, farbenfrohe Videos von veganen Rezepten, die einem sofort das Wasser im Mund zusammenlaufen lassen. Da wird mit cremiger Erdnussbutter geträufelt, Schokolade bricht knackend in Zeitlupe, ein Löffel gleitet durch einen samtigen Chia-Pudding – alles begleitet von perfektem ASMR-Sound. Ein crunch hier, ein slurp da, und plötzlich hat man das Gefühl, man könnte sich direkt in den Bildschirm hineinlegen.

Diese Clips sind mit so viel Liebe gemacht, dass man fast glaubt, gesünder könne man sich gar nicht ernähren. Schließlich: kein Fleisch, keine Eier, keine Butter – das muss doch gut sein, oder? Nun ja… jein.

Der Trick ist: Vegane Rezepte sehen nicht nur gesund aus – sie wirken auch so. Und genau das ist die Falle. Denn das, was da oft so leicht und naturbelassen aussieht, ist in Wahrheit manchmal eine ziemlich üppige Kalorienbombe. Schokolade bleibt auch dann kalorienreich, wenn sie vegan ist. Cremes aus Cashews, Datteln und Nussmusen bestehen nun mal zu großen Teilen aus Fett – auch wenn es pflanzliches Fett ist. Und „Proteinballs“ mit Mandelbutter, Kokosöl und Agavendicksaft? Sehen top aus, schmecken fantastisch, sind aber ein Energiepaket, das locker mit einem Stück Sahnetorte mithalten kann.

Instagram lebt von Ästhetik. Und vegane Food-Creator/innen wissen genau, wie man das Gehirn anspricht: mit Sättigungsfarben, glänzenden Oberflächen, dem Geräusch eines zart-knusprigen Keksbruchs. Es ist ein Fest für die Sinne – und ganz ehrlich, das darf es auch sein. Aber wer glaubt, dass er sich von all dem bedenkenlos durchprobieren kann, weil ja „nur Pflanzen“ drin sind, tappt schnell in eine Falle.

Denn auch in der veganen Welt gilt: Nur weil etwas „clean“ aussieht, ist es noch lange kein Freifahrtschein. Gerade in den beliebten Instagram-Reels wird oft nicht transparent gemacht, wie viel Kalorien, Zucker oder Fett ein Gericht tatsächlich enthält. Und wer dann täglich seine „healthy vegan brownies“ zum Frühstück snackt und glaubt, auf dem Weg zur Bikinifigur zu sein (ich frage mich dann immer, wer auf solche Ideen kommt?), könnte irgendwann enttäuscht feststellen, dass auch Haferflocken, Nüsse und Datteln auf der Waage Spuren hinterlassen.

Vegane Rezepte können gesund sein – aber sie sind es nicht automatisch. Was auf Instagram glänzt, glänzt eben oft auch nur für die Kamera. Und hinter dem gesunden Schein steckt manchmal einfach nur sehr gutes Food-Styling mit einer ordentlichen Portion Kokosöl.

Die bessere Idee: hinschauen, nachrechnen, und bei aller Liebe zum Crunch doch ein bisschen Maß halten. Auch pflanzliche Verführungen wollen mit Verstand genossen werden – und nicht in Massen. Oder wie eine meiner Lieblings-Foodbloggerinnen mal sagte: „Vegan heißt nicht kalorienfrei! Es heißt nur, dass keine Kuh beteiligt war.“

Eine Entschuldigung oder sowas…

Falls ihr euch gefragt habt, warum es hier in letzter Zeit etwas stiller war: Mein Kopf ist voll. Nicht mit Watte, sondern mit Recherchematerial zum nächsten Krimi. Ich schreibe schon wieder – ja, wirklich – und das bedeutet:

Mordgedanken (!!!) das sind Mordsgedanken! Spuren, falsche Fährten, Nebel über der Our und ganz viel „Was wäre wenn“.

Wenn dann noch die deutsche Politik mit ihrem täglichen Irrsinn dazwischenfunkt, wird’s eng in meinem Hirn. Chaos deluxe. Ich verspreche, es wird bald wieder klarer. Und spannender. Bleibt dran – ich bin’s auch.

Befreiungsschlag

„Würdest Du es wieder tun? Oder redest Du es Dir schön ?“

„Ja, es war das Beste, was ich je getan habe! Gehen ist nie leicht, aber mein Leben passte da nicht mehr. Weil es meins ist, konnte ich keinen Kompromiss eingehen. Es hat mich Energie gekostet, aber der Preis war enorm. Ich kann sagen, es war es wert! Ich lebe – glücklich. Das war es wert!“

Der erste Kaffee

Die Kaffeemaschine summt leise.

Ein erster Sonnenstrahl tastet sich über die Arbeitsplatte.

Der Dampf vom Kaffee trifft auf kühle Fensterscheiben.

Draußen Vogelstille, drinnen noch Nacht.

Auf dem Tisch: Krümel, ein vergessenes Buch, der Duft von gestern.

Ich öffne das Fenster.

Es riecht nach Erde, nach Anfang.

Noch fünf Minuten nur:

Frühling, Kaffee, Atemholen.

Dann kommt der Tag.

Leine

Die Hundeleine für Kinder ist ja bekanntlich das Handy – nur bei uns irgendwie nicht. Es gab zwar neue Geräte, die ganze vier Stunden lang spannend waren, aber danach war die Luft raus.

Der Kleinste telefoniert lieber per Laptop mit seiner Freundin. Man ist beschäftigt: bastelt, oder liest – und der Älteste putzt freiwillig seine eigene Küche. Warum? Weil es Popcorn geben soll. Für einen guten Film… weil er jetzt die DVD Sammlung ausgegraben hat.

Handyverbot an den Schulen der Kids wirkt also Wunder und man sieht, dass es hier weniger die Kinder sind, sondern kontrollsüchtige Eltern, die ihre Kinder gerne „anleinen“. Die Kids reden, lachen und treffen sich miteinander, dass Handy bleibt in der Tasche und dient als Notfallhilfe. Bus verpasst- Geld leer (!!!), Unterrichtsausfall.

Ich habe relativ schnell gemerkt, dass ein AirTag seinen Job noch besser macht, als das Handy. In Deutschland mussten wir des Öfteren der Schultasche durch die halbe Eifel nachfahren, wenn mein damals noch handyverliebter Sohn, mit den Teil in der Hand, den Rest seiner Ausrüstung im Bus liegen gelassen hatte.

Verkehrte Welt, könnte man meinen.

Am schönsten aber ist der Satz: „Ich geh Baumhaus bauen, lass das Handy aber hier – nicht, dass es kaputtgeht.“

Gut, dass es AirTags gibt. Sonst wüssten wir manchmal gar nicht mehr, wo die Handys sind.

Etwas was funktioniert…

… Gut, zum ersten Mal in meinem Leben bin ich der Ausländer. Der Migrant oder „die Deutsche“- die freiwillig nach Belgien gezogen ist und nicht umgekehrt! Also aus Belgien weg. Also eine Wahnsinnige?!

Aber ernsthaft, was gibt es schöneres als belgische Bürokratie, denn die funktioniert!!! Wirklich – ohne Ironie oder Sarkasmus.

Weil? Keine Ahnung, kleiner, besser strukturiert? Das Kindergeld und die kleine ostbelgische Kindergeldstelle ist so etwas. Es läuft. Es funktioniert einfach- zack … ein grosses deutsches „Problem“ vom Hals, weil das die Kindergeldstelle mit Deutschland selbst klärt. Ohne mich. Ohne Anrufe, E-Mails und sonstigen Pöbeleien. Einfach so. Läuft. Hier arbeiten Menschen und klären Probleme, die danach keine mehr sind.

Übrigens- ich hatte meine eigenen sensiblen Unterlagen von der deutschen Rentenkasse erhalten. War wohl ein Fehler! Ich rief da dann also zufällig an und die fallen aus allen Wolken! Nun ja, mir kam das komisch vor…WTF? Die nette Dame am Telefon: „Oh, darauf warten wir, warum haben Sie die jetzt???? Ähhhh können sie die wieder zurückgeben bitte? Oder besser , selbst weiterschicken? Per Post ! Aber Einschreiben! Daaaanke!“

Keine weiteren Fragen, oder ? Es hat nur noch der Urintest in den Unterlagen gefehlt- sonst wäre alles da gewesen … lol…,

Ki- im Vorabendprogramm

Zwischen Popcorn und kulturellem Burnout erleben wir 2025 die neueste Serienmode: Drehbücher made by Algorithmus. Netflix nennt das Fortschritt. Ich nenne es: Inhaltsleere mit WLAN.

Der Plot? Maschinen regieren die Welt. Schon wieder. Figuren wie aus dem Copy-Paste-Baukasten, Dialoge in Toastbrot-Textur, Spannung wie bei einer Steuererklärung. Alles visuell glatt, emotional steril – perfekt für gelangweilte Goldfische mit WLAN.

Ja, die Harlan-Coben-Thriller auf Netflix sind geil. Bis man merkt: Es ist immer dieselbe Schablone. Tochter weg, Vater lügt, dunkle Vergangenheit im Vorgarten, Plot-Twist bei Minute 37. Der Zuschauer erkennt’s inzwischen beim Vorspann.

Und dann der Tatort. Will cool sein. Wird aber „PowerPoint mit Mordfall“. Die Kommissarin zitiert Chatverläufe, der Täter ist ein Systemfehler, und irgendwo piept ein Kühlschrank, weil niemand einen echten Plot eingeschaltet hat.

Sie wollten Netflix machen – nur halt in günstig. Mit 12,80 Euro Budget und Nebelmaschine aus dem Baumarkt.

Bald fragt uns der Vorspann, ob wir weiterschauen oder doch lieber wieder Menschen schreiben lassen wollen. Aber echte Ideen? Sind halt gerade nicht im Trend.