Fußball, der Radiomann und mein Crashkurs

Irgendwann lernte ich den Macher hinter dem Ballblog kennen. Bis dahin war Fußball für mich ungefähr so spannend wie die Bedienungsanleitung einer Waschmaschine.

Dann kam die Einladung nach Esch-sur-Alzette. Für einen Radiobeitrag über Fußball standen ein Besuch im luxemburgischen Nationalstadion und sogar ein Termin beim Sportminister Luxemburgs auf dem Programm.

Mr.Ballblog lud mich ein- als Begleitung für seine Reportage.

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Es gab nur ein kleines Problem: Ich hatte von Fußball ungefähr so viel Ahnung wie ein Schiedsrichter von Beliebtheit. Also legte ich zwei Wochen lang einen intensiven Fußball-Crashkurs ein. Abseits, Viererkette, Pressing, VAR – plötzlich ergab das Kauderwelsch Sinn, das der Kopf hinter dem Ballblog ganz selbstverständlich ins Mikrofon sprach.

Und ganz nebenbei lernte ich Dinge, von denen ich nie gedacht hätte, dass ich sie einmal wissen würde. Dass im Luxemburger Nationalstadion ein Hybridrasen wächst, der mit künstlichem Licht und modernster Technik gepflegt wird, damit er das ganze Jahr über in Topform bleibt. Und dass Rugby deutlich höhere Ansprüche an einen Rasen stellt als Fußball. Beim Rugby wirken ganz andere Kräfte auf den Untergrund – deshalb muss der Rasen besonders robust sein und viel mehr aushalten.

Seitdem schaue ich Fußball mit anderen Augen. Zur Expertin bin ich dadurch zwar nicht geworden, aber jemand hat mir gezeigt, dass hinter 22 Menschen, die einem Ball hinterherlaufen, viel mehr steckt: Geschichten, Emotionen, Leidenschaft – und manchmal eben auch eine richtig gute Story.

Danke mein Lieber! Ohne dich wäre ich wahrscheinlich heute noch der Meinung, dass ein Doppelpass eine Fahrkarte der Bahn ist.

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Liebes Deutschland

Adieu, süßes Sommerleben bei 42 Grad im Schatten.

Die WM ist vorbei. Morgen endet der Tankrabatt. Und die Debatte über längeres Arbeiten und die Rente geht munter weiter.

Während viele versuchen, einen kühlen Platz zu finden, wird es für den Geldbeutel immer heißer. Schönen Sommer –

Übrigens schaut bei den Diskussionen genau mit. Es geht um viel Geld und noch mehr Zukunft und die, Eurer Kinder – Krieg usw…

Nachruf auf Jill Smokler (1977–2026)

Mit großer Bestürzung haben wir vom Tod von Jill Smokler erfahren.

Jill war weit mehr als eine erfolgreiche Autorin und Gründerin von Scary Mommy. Sie war eine Stimme für Millionen von Müttern, die sich in ihren ehrlichen, humorvollen und oft schonungslos offenen Worten wiederfanden. Mit Mut, Wärme und einem außergewöhnlichen Gespür für die Realität des Familienlebens schuf sie einen Ort, an dem sich Menschen verstanden und angenommen fühlten.

Ihr Lachen, ihre Authentizität und ihre Fähigkeit, selbst schwierige Themen mit Menschlichkeit und Humor zu beleuchten, machten sie zu einer besonderen Persönlichkeit. Sie zeigte, dass Perfektion keine Voraussetzung für ein erfülltes Leben ist, und ermutigte unzählige Menschen, sich selbst mit mehr Nachsicht zu begegnen.

Jill hinterlässt nicht nur ihre Familie und Freunde, sondern auch eine Gemeinschaft von Leserinnen und Lesern, die durch ihre Worte Trost, Inspiration und Verbundenheit fanden.

Ihr Vermächtnis wird weiterleben – in den Geschichten, die sie erzählt hat, in den Menschen, die sie berührt hat, und in der Erinnerung an eine Frau, die es verstand, das Leben mit all seinen Höhen und Tiefen anzunehmen.

Ruhe in Frieden, Jill. Du wirst nicht vergessen werden. 🕊️

Deine Fans- meine Kids und ich

Windhauch

Windhauch


Du kamst, wie sich Türen bewegen,
wenn irgendwo ein Fenster offen steht —
niemand hat dich gerufen,
und doch war plötzlich Luft im Raum.

Ich habe angefangen, die Dinge anders zu halten.
Vielleicht bestimmter.
Wie man eine Feder hält,
die jederzeit gehen darf.


Das Gras kennt dich nur kurz,
beugt sich, richtet sich wieder auf,
aber die Wiese erinnert sich
an jeden Sommer, in dem es das tat.

Manchmal lege ich die Hand auf eine Stelle,
an der du warst,
und sie ist warm, lange nachdem
der Grund dafür schon weiterzog.

Ich frage nicht, ob du bleibst.
Manche Dinge dauern nur,
weil sie nie versucht haben,
sich festzuhalten.

By Mitohnesahne

Unfassbar?

Peter Leibinger bringt uns in der ARD sehr sympathisch schwäbelnd die neue Rentenpolitik nahe. Weiße Zähne, sympathisch verpackt und durchaus dem Beuteschema vieler Damen über 50 entsprechend. Sein eigenes Vermögen wird auf 2,5 Milliarden Euro geschätzt (ich bin vom Sofa gekippt!!!!!!!!) … und das vor 22 Uhr in der ARD?! 🤔

Lassen wir das kurz sacken.

Er erklärt, man solle doch enthusiastisch arbeiten bis 70 ! WTF????

Vielleicht sollte ich ihn mal einladen und ihm den Sinn des Lebens erklären – für 2 Millionen Euro. Gerne. Ich versteuere das dann auch !

Das ist doch nicht real, oder? Das ist Comedy vom der ARD – oder ???? Ernsthaft????

🤭

Sonntagsbraten

Bei der Hitze koche ich früh am Morgen. Wenn die Garzeit fast fertig ist, lasse ich es einfach bis zum Essen im abgeschalteten Ofen ziehen. Kurz vor dem Essen auf dem Herd aufwärmen. Fertig

Es zog und war prima ☺️

Zutaten

1–1,5 kg Schweinebraten (Nacken oder Schulter)

4 Karotten, in Stücke geschnitten

2 Stangen Sellerie, in Stücke geschnitten

1 Lauchstange, in Ringe geschnitten

4–6 Knoblauchzehen

1 Bund Petersilie, grob gehackt

2 EL Öl oder Schmalz

500 ml Brühe

200 ml Bier (dunkles belgisches Bier ist sehr lecker ) oder Weißwein (optional)

Salz Pfeffer 1 TL Kümmel (optional)

1 Lorbeerblatt

Zubereitung

Den Schweinebraten großzügig mit Salz und Pfeffer würzen. Öl im Schmortopf erhitzen und den Braten von allen Seiten kräftig anbraten. Das Gemüse, den Knoblauch und die Hälfte der Petersilie dazugeben. Mit Brühe und optional Bier oder Wein angießen. Lorbeerblatt und Kümmel zufügen. Den Topf mit Deckel verschließen und bei 160 °C Ober-/Unterhitze etwa 2 Stunden im Ofen schmoren lassen. Zwischendurch gelegentlich mit Bratensaft übergießen. Wenn das Fleisch zart ist, herausnehmen und warm halten. Oder einfach stehen lassen, im Ofen. Die Sauce nach Wunsch pürieren oder durch ein Sieb streichen.

Ich dicke die Soße nicht an, aber dass kann jeder machen, wie er mag.

Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Mit der restlichen Petersilie bestreuen und servieren.

Dazu passen:

Kartoffelklöße Salzkartoffeln Kartoffelpüree Rotkohl oder Sauerkraut

Tipp: Wird der Braten am Ende für 15 Minuten ohne Deckel bei 220 °C gebräunt, bekommt er eine besonders schöne Kruste. 🍖🥕🧄

In Schichten

Manche Wochen lassen sich nicht abarbeiten. Sie legen sich übereinander, wie Schichten in einem Fels. Unten die ältesten Sorgen, kaum sichtbar, aber tragend. Darüber das, was gerade drängt – Termine, Texte, Telefonate. Ganz oben das Tagesgeschäft, so banal, dass niemand fragt, was es eigentlich kostet, es zu erledigen.
Der Körper merkt es zuerst. Lange bevor der Kopf zugibt, dass etwas zu viel ist, beginnt der Körper zu rechnen. Ein Rücken, der sich meldet. Ein Fuß, der seit Monaten ein fremdes Stück Metall trägt und trotzdem laufen soll. Schlaf, der kürzer wird, während die Liste länger wird.
Unsichtbar bleibt vor allem die Gleichzeitigkeit. Müdigkeit lässt sich erklären. Schwerer zu vermitteln ist, dass mehrere Fronten gleichzeitig offen sind – dass man an einem Tisch sitzt, an dem mehrere Menschen etwas brauchen, während man selbst am Ende der Reihe sitzt, mit der geringsten Lautstärke.
Erschöpfung ist ein Zustand. Burnout eher ein langer Prozess der Erosion – eine Verschiebung, bei der irgendwann unklar wird, ob man noch trägt oder schon getragen wird.
Vielleicht ist genau das der Moment, um anzuhalten. Die Liste wird dadurch nicht kürzer. Aber das Anhalten selbst wird zur letzten Handlung, die noch in der eigenen Macht liegt.
Für zu viele Verantwortungen, die gleichzeitig fällig werden, gibt es keine elegante Lösung. Es gibt nur die Entscheidung, wann man aufhört, alles auf einmal tragen zu wollen – und anfängt zu fragen, was heute wirklich getragen werden muss. Und was warten darf, auch wenn das Warten unbequem ist.

Jemand…

der mir am Herzen liegt und drei Tage lang bewegungslos in seiner Wohnung lag (Deutschland im Juni 26) bekam eine kuriose Ansage, als er versuchte einen Krankenwagen zu holen :

„Das ist kein Grund, was sie da sagen- für einen Krankenwagen ! Nicht laufen ??? Ha! Fahren die in die Apotheke und kaufen die sich ein Wärmepflaster !!!

Gezeitenland

Du warst der Sommer, der sich nicht entschied —
zu warm für März, zu zart für das, was blieb.
Ich trug dich wie ein Lied, das niemand singt,
weil manche Melodien zu tief ins Schweigen sinken.


Die Welt hat uns nicht auseinandergebrochen.
Sie hat nur leise ihren Atem angehalten —
so wie ein Abend, der sein Versprechen
ins Dunkel trägt und schweigend weiterzieht.


Manche Hände sind füreinander Heimweh —
eine Strömung ohne Namen, ohne Ufer.
Man trägt den anderen wie eine Morgenfrühe,
die man verschläft — und deren Licht man ruft ihr

nicht mehr nach. Weil man verstanden hat:
dass Schönheit sich nicht nimmt, nur still bezeugt wird.
Dass manches Kostbare sich tiefer eingraviert hat,
gerade weil kein Finger je den Umriss zog.


So leg ich dich in jenes sanfte Zwischen,
wo Dinge ruhen, die zu groß zum Halten —
nicht fortgegangen, nur ins Licht gewichen,
das bleibt, wenn sich die Jahreszeiten wenden.

By S.Dahnke


Deutsch ist für mich keine Selbstverständlichkeit mehr — es ist eine Entscheidung. Ich lebe in einem Sprachenbabel, wo Plattdeutsch, Französisch und der lokale Dialekt täglich aneinanderstoßen und das Hochdeutsche leise verdrängen. Schreiben ist mein Widerstand dagegen. Ein Gedicht auf Deutsch zu verfassen bedeutet für mich, eine Sprache bewusst in meinem Leben zu halten — ihre Präzision, ihre Tiefe, ihre Fähigkeit, das Unsagbare trotzdem zu sagen. Denn eine Sprache, die man nicht übt, verblasst — und mit ihr ein Stück von einem selbst.

Armselig

Armselig ist ein Mann, der sofort klagt gegen Menschen, die ihn als Lügner, gefolgt von seinem Vornamen bezeichnen. Ich meine, wir reden hier aber tatsächlich von einem Lügner. Falsche Versprechungen, Hochstapelei, Übertreibung und knallharte Aussagen, die einfach nicht stimmen. Wie bezeichnet man diesen Menschen ? Ich finde das Wort Lügner noch milde.

Schweigen

Wer glaubt, die Welt mit enthüllter Wahrheit zu retten, verwechselt Heldenmut mit Selbstopferung — die Geschichte der Whistleblower ist keine Geschichte des Sieges, sondern ein langer Friedhof aus zerbrochenen Menschen, die das Licht in sich trugen und dafür verbrannten.

Zum Tod von Christine Cotton. Mein Beileid und Kraft an die Familie.