Zurück, ohne Erklärung, ohne Tadel, ohne Reue. Nur hier, bei Dir. Einfach hier und das Vergessen für ein paar Stunden.

Zurück, ohne Erklärung, ohne Tadel, ohne Reue. Nur hier, bei Dir. Einfach hier und das Vergessen für ein paar Stunden.

Jedes Jahr ist am ersten Sonntag nach Aschermittwoch Burgbrennen. Traditionell wird eigentlich ein Kreuz aus Baumstamm mit Stroh umwickelt und verbrannt. Viel Alkohol getrunken, schon beim Aufbau… Es werden am Samstag schon Eier, gegen Schnaps und Gesang von den unverheirateten Männern im Dorf eingesammelt. Am Sonntagmorgen werden die Eier gebraten und abends dann das Kreuz entzündet. Jedes Dorf hat einen anderen Brauch. Ablauf und Ritual.
Dieses Jahr ist einem jungen Feuerwehrmann das Kreuz auf den Kopf gefallen. Ein furchtbarer Unfall. Letzte Woche schon, als sie es bauen wollten. Er schafft es nicht. Morgen werden seine Maschinen abgestellt. Mein Beileid der Familie und den Freunden. Es ist furchtbar. Es gab kein Kreuz in der Gegend deswegen. In jedem Dorf im Umkreis nicht. Nur Haufen von Stroh und Holz überall.
Man kann sie leuchten sehen. Von dem Hügeln auf dem man steht . Für Frieden, für Hoffnung.

…Du schläfst, tobt der Wahnsinn weiter. Ich sitze und warte. Ein paar Stunden. Und dann?
Ein besseres Leben danach? Ein Pakt mit dem Tod? Was gibt man für- noch ein wenig mehr Zeit?
Ich weiß, dass ich gebetet habe damals. Um vielleicht noch 5 Jahre zu bekommen. Es waren mehr…es sind mittlerweile mehr als doppelt so viele. Ich habe überlebt. Das wirst Du auch. Ich weiss das. Ich halte Dich fest. Fest, mit meiner unsichtbarer Kraft. Fest, mit meiner Liebe. Fest, wie man es versucht zu tun, wenn man weiss, dass es verdammt haarscharf ist.
…ist mein Bett ohne Dich. Meine Nächte, kalt und verloren. Dein Arm nicht um mich, dein Körper nicht an mir, deine Beine umschlingen mich nicht. Leere. Kälte.



Ich stürze mich in Arbeit, sonst denke ich zuviel. Weine einfach los und hab komische Gedanken wenn ich spazieren gehe. Die Kinder sind traurig, ich bin traurig, der Hund ist von der Rolle. Das ist eigentlich immer so, aber im Moment nervt es mich.
Arbeiten heilt. Meine Kinder, mich. Sie basteln, bauen und zelten im alten leeren Büro. Mit Schlafsäcken und Taschenlampen. Sie haben Spass.
Ablenkung, Zerstreuung, arbeiten. Musik…aber wohl dosiert.
…nichts Traurigeres eingefallen. Ich wünsche Euch trotzdem einen schönen guten Morgen. Auch wenn es schwer ist.

Silber 999 Rind in Bewegung.
Les histoires d'amour

Eine bezaubernde Geschichte. Es gibt diesen Film Maudi. Traurig, aber irgendwie bezaubernd.
Maud Lewis, 1903–1970
Même si ma vie je la joue à pile ou face comme l’amour
J’peux pas avoir de talent tous les jours
….also stürze ich mich in Arbeit und versuche mich abzulenken

…sich genauso anfühlt, wie das hier :
Ich mochte meinen Geburtstag. Früher. Bis vor zwei Jahren. Vor drei Jahren war er noch in Ordnung. Dann kam der große Knall und ein paar Wochen später, habe ich mein Leben gehasst. Ich habe alles gehasst. Am meisten andere Menschen, ausser meinen Kindern.
Ich habe es überlebt. Irgendwie.
Meinen Geburtstag mag ich nicht mehr….ich mag es, drei Jahre älter zu sein. Fertig.
Ich fahre mit ihm heute nach Vianden, in das kleine Hotel am Fluss zum Essen. Oder auch nicht, schauen wir einfach. Mein Plan ist kein Plan. Jedenfalls gibt es keinen Kuchen… Keinen Sekt.
…nie, dass er mich gerne früher gekannt hätte. „Alles hat seine Zeit!“ Nur, dass es gut so ist, wie es ist und was er dachte, wenn wir uns sahen. Dass er jetzt glücklich ist. Ich akzeptiere das. Ich frage nicht.

…denn ich baue ein Geschenk für die erste Liebe meines Sohnes …
Ohne Worte ❤️❤️❤️



