Glas

Ich warte auf meine OP. Das letzte Glasstück von meinem Auto wird entfernt. Glas sieht man nicht. Nicht im MRT, nicht unter röntgen. Also musste ich warten, bis es Probleme machte. Jetzt macht es sie und ich sitze im Bett und erwarte den sibirischen Chirurgen zum Ablaufgespräch.

„Ahhh, Du glitzerst innerlich…das ist aber seeeehrrr schön!“ meinte er  letze Woche. Das seltsame Flirt- in Katastrophen- Situationen- Spiel geht in die nächste Runde.

„…was machst Du auch immer für Sachen? Ich muss Dich ständig retten!“    Klar, mein Prinz mit dem Ford Mustang (schwarzes Pferd) und dem weissen Kittel. Da ist es wieder, sein Bärenego…. Öhhhmmm neee, das ist sooo nicht korrekt. Wegen ihm habe ich garantiert nicht mein Auto gedreht. Seine Handynummer hatte ich schon vorher. Aber wer ruft schon seinen Chirurgen freiwillig an? Das mit dem „In- und Auswendig Kennen“ ist bestimmt nicht wörtlich zu nehmen, in diesem Fall. Aufschneiden hin oder her. Ich bin schlecht gelaunt und er macht sich lustig und seine Späße. Kein guter Start heute. Noch keinen Kaffee gehabt und jetzt habe ich Hunger… Menno!

Hoffentlich gibt er sich gleich Mühe, auch wenn ich ihm dann später die 5.Absage für ein Abendessen oder ein Kaffeetrinken in Folge erteile.

Er lässt mich komplett schlafen legen… ist stressfreier. Naja, immerhin bin ich dann wenigstens ausgeschlafen… gleich…

Dieser Tag …

…war blau, wie Deine Augen mit den weissen Sprenkeln. Das Meer, das wir sahen mit den Salzkrönchen…Ich weinte in Deine Hände, ließ mich von ihnen tragen durch die ganze Welt. Ich sah mit Deinen Augen und lernte Dein Verstehen. Du hast mir das Leben gerettet, damals, immer, hast mich beschützt. Das ist heute zwanzig Jahre her.

Der Tag , an dem ich lernen musste, was sterben bedeutet. Der Tag, an dem ein Knall viele Leben veränderte und beendete. Der Tag, an dem ich lernte zu überleben, ohne zu fragen wie. Der Tag, an dem ich Dich nie mehr in meinem Leben loslassen wollte. Das ist ein ganzes Leben her.

Ich sehe gerade in die Sonne, habe Deine Stimme im Ohr, sehe Deine Augen und weiss, ich werde auch heute noch beschützt von Dir.

Waffenlos

Manchmal gebe ich sogar auf. Dann lege ich meine Waffen nieder, kapituliere und gehe. Einfach so. Still, ohne Drama, aber dann auch für immer. Mir fehlt jede erdenkliche Waffe zum Kampf, denn ich habe sie alle benutzt. Ich rette meinen Stolz, mein Herz kann ich nicht retten, das bleibt gebrochen zurück.

Die kurze Distanz

…zwischen Glück und dem Trauma, dass wir beide erleben mussten, schweisst uns zusammen. Seit dem Tag Deiner Geburt und schon mehrfach. Wir sind eine kleine Einheit. Du und ich. Wir haben überlebt. Du immer unbeschadet. Gott sei Dank.

Ich liebe Dich, ich beschütze Dich. Ich würde mein Leben für Dich geben, Du weisst das jetzt besser, als irgendjemand sonst im unserem Leben. Ich passe auf Dich auf und werde immer Deine Mama sein. Alles Liebe dieser Erde zum Geburtstag und einen dicken Batzen Gesundheit… Ich liebe Dich mein Schatz ❤️

Struggle

Der Mann, den ich liebe, glaubt nicht, dass ich ihn liebe. Es ist ein Hin und Her. Ein Drama im dritten Akt.

Ich liebe ihn aber tatsächlich sehr. Vielleicht zu sehr. Diese Liebe war ein Geschenk, dass mich wieder ins Leben geholt hat. Mich am Leben nicht mehr zweifeln lässt und mich jeden Tag dankbar macht. Vielleicht ist das das Problem.

Ich habe aufgehört kompliziert zu sein, kritisch zu sein. Ich habe angefangen Dinge anzunehmen, nicht alles bis zum Ende zu hinterfragen. Fallen zu können. Abzugeben.

Ich habe gelernt sehr zu lieben. Wieder zu leben.

Vielleicht sollte er das auch tun…

Wenn wir…

nur noch kurze Zeit im Leben hätten. Was würden wir tun?

Arbeiten, so tun, als wäre es nicht wahr…?

Reisen und einen Egotrip einschlagen?

Jede freie Minute genießen mit den Menschen, die uns lieben ?

Ich würde letztere Option wählen. Denn ich möchte liebevoll in ihrer Erinnerung weiterleben und nicht ihr Leben verderben.

Venusmuscheln

Leider kein Bild von den frischen Linguini dazu. Aber es war schwer lecker. In Luxemburg verkauft der Lidl frische Muscheln und Scampi in einer Kühltheke, zum selbst – eintüten….

Rezept:

Zwei Bio- Zitronen, 1 Kilo Venusmuscheln, 500 g Cocktailtomaten, 2 Zehen Knoblauch, Salz, Pfeffer, 1 Liter Hühnerbrühe, Olivenöl und Parmesan

Zubereitung: Von der Hühnerbrühe etwas (halbe Tasse) abnehmen und mit 3 El. Olivenöl, gehacktem Knoblauch, Olivenöl, Salz und Pfeffer, Zitronensaft und Zitronenschale zusammen rühren.

Die Muscheln in Hühnerbrühe und gehacktem Knoblauch kochen, bis sie sich öffnen. Dann die Tomaten, Zitronenmischung über die Muscheln giessen und mit frischen Linguini mischen. Parmesan darüber…..lecker ….

Kompliziert oder eine Rechtfertigung

Eigentlich hasse ich komplizierte Sachen. Ich bin nicht geduldig, das erschwert viele Sachen. Manchmal nehme ich Dinge einfach hin, weil es entweder bequemer ist, als Streit oder Stress in irgendeiner Form, aber im eigentlichen Sinne ist es verschwendete Zeit und Energie.

Meine Liebe ist eine seltsame Angelegenheit mit nicht normalen Verhältnissen. Also kompliziert.

Aber wer liebt schon „einfach“? Wenn man älter wird, ist alles kompliziert. Jeder schleppt Erfahrung, Erinnerung und Restbestände mit sich, die die Leichtigkeit verhindern.

Genießen wir einfach das Sein. Kompliziert oder nicht. Leicht oder nicht. Irgendwas wird immer sein und wir werden nie wieder so genießen, wie jetzt, wenn wir es zulassen.