Montag

Der erste Montag nach den Ferien legt sich vorsichtig über das Haus, als müsste er selbst erst prüfen, wie ernst er gemeint ist. Räume, die sich noch nach Freiheit anfühlen, und irgendwo dazwischen dieser leise Versuch, wieder in einen Rhythmus zu finden.

Aus dem Nebenzimmer trägt sich sein Französisch herüber, weich, fließend, fast wie Musik, die man nicht bewusst hört und trotzdem versteht. Stimmenlage, kleine Pausen, ein kurzes Lachen – genug, um zu wissen, dass draußen die Welt längst wieder organisiert läuft.

Ich stehe in der Küche, die Tasse in der Hand, und denke seit einer halben Stunde über denselben Punkt nach. Zimt würde den Morgen wärmer machen, etwas Ruhiges, Sanftes. Schokolade hätte mehr Gewicht, ein kleines Versprechen, dass dieser Tag mehr kann als nur Montag sein.

Draußen zeigt sich der Frühling, ohne sich aufzudrängen. Helles Licht, noch vorsichtig, und diese Ahnung von Sommer, die sich in alles legt, was bald wachsen wird. Die Terrasse wartet, leerer als sie sein dürfte, bereit für Farbe, für Töpfe, für dieses stille Aufräumen nach innen, das man nach außen stellt.

Die Blumen habe ich noch nicht gekauft.

Sie stehen eher als Gedanke da, bunt, schön. Ich freue mich darauf.

Dusche, dann los. Ein paar Töpfe, Erde, vielleicht etwas, das sofort wirkt, und etwas, das Zeit braucht. Der Sommer 2026 beginnt nicht irgendwann. Er beginnt genau so.

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