Netzfund

Herbst 2020
Unsere Kinder erfrieren samt Lehrer im Klassenzimmer .
Die Gastronomie, das Eventgewerbe, Sport und Wellnessbetriebe bekommen den Todesstoß. Hunderte von Schüler laufen morgens aneinander gepresst vom Bus ohne Maske aufs Schulgelände. Tragen danach aber brav ihre Masken durchgehend, bis es zum Schulschluss läutet.

Dann wieder nicht mehr.

In den Supermärkten wird man von geisteskranken Klopapierhamstern fast überrannt für das wertvolle Gut . Man denkt darüber nach ob man einen Mantelsonntag durchführen soll, wegen der Geschäftswelt, während man andere Zweige vernichtet . Die Menschen drehen immer mehr durch, keiner mehr ist glücklich. Ganz ehrlich, lieber gehe ich die Gefahr ein, an Corona zu sterben, als so weiterzuleben .

Junge, Junge

Ein Live- Video auf Facebook zu machen ist eine Sache. Kartoffeln zu verkauf eine andere. Ich liege ziemlich verschnupft in meinem Bett und schaue gerade auf die Uhr. Da klingelt mein Handy und ein alter Freund, den ich seit 25 Jahren nicht mehr gesehen habe ruft an. Ein Video – Anruf. Neuerdings will Gott und die Welt nur noch per Zoom oder andere Video – Chats nutzen und keiner mehr schreiben. Gut, es ist aber 4:30 und ich verschnupft und ich habe keine Lust auf Video- Call mit jemandem, den ich seit 25 Jahren nicht mehr gesehen habe. Ich frage ob es brennt. Er ist ein alter Freund und Freunde helfen sich, auch nachts mit zu geschwollener Nase.

Er ist gerade in der Türkei und kauft wohl gerade ein um es hier zu verkaufen. Eigentlich Häuser und Container für Häuser zu bauen! Er meint, ich bekäme 50% Provision und ich frage, was eigentlich vertickt wird, morgens um halb fünf … in meinem Bett.

Kartoffeln, Maroni , Haselnüsse!

Jaaaaa…. ich fahre ein kleines Auto, zu klein um meine ganze Familie zu transportieren. Wir wohnen im Nirgendwo … sicher, hier gibt es keine Kartoffeln und auch keine Maroni, nur billiges Benzin, aber wo zum Henker soll ich bitte mit 4000 Kilo Kartoffeln hin???

Ob er da was verwechselt hat????

Zeit

Obwohl ich neuerdings Zeit für alles Erdenkliche und Mögliche hätte, habe ich keine Zeit. Corona und Ferien haben aus unserem Zuhause ein stark kindlich geprägtes Umfeld geschaffen. Mehr so Typ: Wimmelbild.

Ich versuche wieder Ordnung zu machen, Dinge zu organisieren und zu planen. Obwohl genau das eigentlich noch unmöglicher geworden ist, als vorher. Corona sei Dank, schleppen die Kinder täglich alle ihre Schulbücher hin und her, denn man weiß ja nie, ob die Schule morgen noch auf hat…

Und Corona sei Dank, schieben wir auch keine Termine mehr vor uns her, in der Angst, vielleicht morgen schon überhaupt nicht mehr zum Zahnarzt zu können. Oder Friseur oder, oder….

Stress.

„Unterstützt lokale Unternehmen und kauft nicht online!“ Auch so ein Ding. Würde ich ja gerne, aber mit Atemschutz und sowieso dauernd atemlos, in 13 verschiedene Geschäfte zu hetzen… und dabei noch 35 Kilometer zurückzulegen. Sorry, das leiste ich zur Zeit nicht.

Stress.

Ständig bin ich bedacht, möglichst wenig mit den Schnüffeltüten zu machen, ständig bin ich atemlos… Attest? Sicher hab ich, aber trotz Attest erhält man böse Blicke und wird angepöbelt.

Ständig desinfizieren, Abstand einhalten und vor allem sich dann echt zusammenreißen, wenn permanent Leute stänkern, wenn ich im Schuhladen, wo wir Turnschuhe für die Kids kaufen, einen Asthma- Anfall bekomme und mir dann in Panik die Maske vom Gesicht reiße….

Noch mehr Stress!

Übrigens bekommen meine Kinder komischen Husten und Pickel von der Maske. Trotz korrekter, hygienischer Maßnahmen … Maskenwechsel und Desinfektion.

Wenn das gesund sein soll, schützen soll und keine Langzeitschäden verursacht fresse ich einen Besen.

Liebe Julia …

oh ja, wir kennen uns, schon ewig… deswegen kann ich auch den Nachnamen weglassen. Schön, dass Du Dich für Hunde einsetzt. War bestimmt nötig. Aber was ist eigentlich mit den Schweinchen und Rindern? Die wir hegen und pflegen und sie dann essen? Die haben keine Existenzberechtigung? Kein Recht auf ein Leben ohne Qual und Schmerz?

Klar, wir fressen die ja nur.

Geld und Lobbyisten verderben bekanntlich den Charakter.

Eitelkeit übrigens auch.

Bild: Netzfund

Schöne Grüße

Prüm, der Nabel der Eifel

Meine Häkelnadeln werden jetzt in Prüm verkauft. In einer Buchhandlung.

Die Buchhändler sind jene Leute, die aus Romanen entsprungen sein könnten. Sanft, ruhig, sehr nett, tatsächlich etwas in diese „andere Welt“ eingezaubert. Die Frau erinnert mich an Beatrice aus dem „Buchland“. Es ist schön, dass es das noch gibt. Dass es noch Bücher und Leser gibt! Wirklich ein toller Buchladen.

Es ist eine kleine Sache, aber für die Kinder und mich bedeutet das die Welt .