Irgendwann lernte ich den Macher hinter dem Ballblog kennen. Bis dahin war Fußball für mich ungefähr so spannend wie die Bedienungsanleitung einer Waschmaschine.
Dann kam die Einladung nach Esch-sur-Alzette. Für einen Radiobeitrag über Fußball standen ein Besuch im luxemburgischen Nationalstadion und sogar ein Termin beim Sportminister Luxemburgs auf dem Programm.
Mr.Ballblog lud mich ein- als Begleitung für seine Reportage.

Es gab nur ein kleines Problem: Ich hatte von Fußball ungefähr so viel Ahnung wie ein Schiedsrichter von Beliebtheit. Also legte ich zwei Wochen lang einen intensiven Fußball-Crashkurs ein. Abseits, Viererkette, Pressing, VAR – plötzlich ergab das Kauderwelsch Sinn, das der Kopf hinter dem Ballblog ganz selbstverständlich ins Mikrofon sprach.
Und ganz nebenbei lernte ich Dinge, von denen ich nie gedacht hätte, dass ich sie einmal wissen würde. Dass im Luxemburger Nationalstadion ein Hybridrasen wächst, der mit künstlichem Licht und modernster Technik gepflegt wird, damit er das ganze Jahr über in Topform bleibt. Und dass Rugby deutlich höhere Ansprüche an einen Rasen stellt als Fußball. Beim Rugby wirken ganz andere Kräfte auf den Untergrund – deshalb muss der Rasen besonders robust sein und viel mehr aushalten.
Seitdem schaue ich Fußball mit anderen Augen. Zur Expertin bin ich dadurch zwar nicht geworden, aber jemand hat mir gezeigt, dass hinter 22 Menschen, die einem Ball hinterherlaufen, viel mehr steckt: Geschichten, Emotionen, Leidenschaft – und manchmal eben auch eine richtig gute Story.
Danke mein Lieber! Ohne dich wäre ich wahrscheinlich heute noch der Meinung, dass ein Doppelpass eine Fahrkarte der Bahn ist.

