Der Mittelpunkt der Familie ging gestern. Mit fast 90 hat sie für immer ihre Augen geschlossen. Still, leise, wie ich sie kannte.
Nach Jahren hatte ich wieder gelernt, was es bedeutet, eine Familie zu haben, die aus Töchtern, Söhnen, Enkeln und jeder Menge Cousinen, Onkeln und Tanten besteht. Was eine große Familie eben ausmacht.
Ich habe selbst erlebt, dass, wenn das Oberhaupt stirbt, viel auseinanderbricht. Dinge sich lösen. Die Zeit gegen diese Strukturen arbeitet.
Diese Frau mochte ich sehr. Ihre klaren Ansagen und ihr verschmitzter, schlagfertiger Witz. Niemand widersprach ihr. Das war gut so.
Sie hinterlässt eine große Leere, die sich vorerst mit nichts mehr füllen lässt.