Chaos im Kühlschrank

Wenn Zero aussieht wie Original: Warum das neue Cola-Design in der Gastronomie nervt

Ich habe heute ein paar Cola-Dosen aus dem Kühlschrank geholt und bin im ersten Moment richtig erschrocken. Da standen auf einmal rote Dosen, die aussahen wie die klassische Coca-Cola – nur dass es Coca-Cola Zero war !!! ( ..und ja, in Belgien sind Cola- Dosen und kleine Glasflaschen normal!)

Früher war das mit einem Blick klar: Rot war Original, Schwarz war Zero. Fertig. Jetzt muss man plötzlich genauer hinschauen, drehen, lesen, kontrollieren. Und genau da liegt das Problem.

Was im Supermarkt vielleicht noch als neues Design durchgeht, wird in der Gastronomie schnell zum Ärgernis. Denn dort hat niemand Zeit, jede Dose oder Flasche zweimal anzuschauen. Im Service muss klar sein, was man in der Hand hat – sofort, nicht erst nach genauem Hinsehen.

Coca-Cola hat das Design der Zero-Variante angepasst. Die Dose wirkt nun viel näher an der klassischen Coca-Cola. Mehr Rot, mehr Original-Look, weniger klare Unterscheidung. Viele kritisieren deshalb, dass Original und Zero kaum noch auseinanderzuhalten sind.

Und ganz ehrlich: Für die Gastronomie ist das richtig mühsam.

Früher war es einfach

Rot war Coca-Cola. Schwarz war Coca-Cola Zero.

Das war simpel. Jeder hat es verstanden. Gäste, Servicepersonal, Barteam, Lager, Einkauf – alle wussten auf einen Blick, was Sache ist. Gerade im hektischen Betrieb ist so etwas Gold wert.

Jetzt muss man genauer hinschauen. Steht da wirklich Zero? Ist das die richtige Dose? Hat der Gast vielleicht doch die normale Cola bekommen? Und schon entsteht Unsicherheit, wo vorher Klarheit war.

Das klingt nach einer Kleinigkeit. Ist es aber nicht.

In der Gastronomie zählt jede Sekunde

Wer schon einmal in der Gastronomie gearbeitet hat, weiss: Es gibt Momente, da läuft alles gleichzeitig.

Ein Tisch wartet auf Getränke. An der Bar stapeln sich die Bons. Jemand will zahlen. Die Küche ruft. Ein Gast fragt nach der Toilette. Der nächste hat eine Allergie. Und nebenbei soll natürlich alles freundlich, schnell und korrekt laufen.

In genau solchen Situationen hilft klare Verpackung. Man greift in den Kühlschrank, sieht die Farbe, nimmt die richtige Flasche, fertig.

Wenn zwei Produkte fast gleich aussehen, wird aus einem einfachen Handgriff plötzlich eine Fehlerquelle. Und die landet am Ende nicht beim Designteam, sondern beim Servicepersonal.

Der Gast hat am Ende den Ärger

Auch für Gäste ist das lästig. Wer Zero bestellt, möchte Zero. Nicht vielleicht Zero. Nicht „Moment, ich schau kurz nach“. Sondern einfach das, was bestellt wurde.

Gerade bei zuckerfreien Getränken ist das nicht egal. Manche trinken Zero aus Gewohnheit, andere aus gesundheitlichen Gründen, wegen Zucker, Kalorien oder Ernährung. Da sollte man sich darauf verlassen können, dass die Variante auf den ersten Blick klar erkennbar ist.

Natürlich steht es irgendwo auf der Dose. Aber gutes Design darf nicht erst funktionieren, wenn man es genau liest.

Schön fürs Marketing, schlecht für den Alltag

Aus Sicht der Marke mag das neue Design logisch sein. Alles wirkt einheitlicher, moderner, näher an der klassischen Coca-Cola. Wahrscheinlich sieht das in einer Präsentation wunderbar aus.

Aber Verpackungen leben nicht nur in Präsentationen. Sie stehen in Kühlschränken, werden aus Kisten gezogen, auf Tabletts gestellt, im Halbdunkel hinter der Bar gesucht und in Stresssituationen serviert.

Da reicht es nicht, wenn die Unterscheidung theoretisch vorhanden ist. Sie muss sofort sichtbar sein.

Eine Verpackung muss nicht nur hübsch sein. Sie muss funktionieren.

Wer trägt den Mehraufwand?

Das Problem ist: Die Folgen solcher Designentscheidungen tragen andere.

Das Servicepersonal muss genauer hinschauen. Die Bar muss besser sortieren. Gäste fragen nach. Reklamationen nehmen zu. Vielleicht wird eine Flasche zurückgegeben, obwohl sie richtig war. Vielleicht wird wirklich mal die falsche Variante serviert.

Am Ende kostet das Zeit, Nerven und Vertrauen.

Und das alles nur, weil man eine klare Farbtrennung aufgeweicht hat, die vorher hervorragend funktioniert hat.

Es hätte bessere Lösungen gegeben

Niemand sagt, dass Coca-Cola Zero für immer gleich aussehen muss. Marken dürfen sich verändern. Aber wenn zwei Produkte so häufig nebeneinander verkauft werden, braucht es eine klare optische Trennung.

Man hätte Zero stärker sichtbar machen können. Grössere Schrift. Mehr Kontrast. Ein deutlich schwarzer Bereich. Ein klar anderer Deckel. Irgendetwas, das auch im schnellen Blick funktioniert.

Stattdessen sieht es nun so aus, als hätte man die Wiedererkennbarkeit der Marke über die Alltagstauglichkeit gestellt.

Fazit: Ein unnötiges Durcheinander

Das neue Design mag gewollt modern und einheitlich sein. Für die Gastronomie ist es vor allem eines: unnötig kompliziert.

Wenn Original und Zero kaum noch zu unterscheiden sind, entstehen Verwechslungen, Rückfragen und Diskussionen. Im Supermarkt ist das vielleicht ärgerlich. Im Restaurant ist es ein echtes Problem.

Klarheit ist kein Detail. Klarheit spart Zeit, verhindert Fehler und macht den Alltag einfacher. Genau deshalb war die alte Trennung so gut.

Rot war Original. Schwarz war Zero.

Manchmal ist einfach eben besser.

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