
Foto – privat

Foto – privat
Nicht gut geht es mir zur Zeit. Nicht körperlich, das wird schon. Nein Trauer und Angst.
Ich werde ein paar Wochen leise . Verzeiht mir.
Gehabt Euch wohl.
Der wohl beste Film des Jahres auf Netflix, für mich.
Er ist bunt und schräg, schön und irgendwie sind wir alle ein wenig wie sie.
Bilder von 2009 – Öl auf Leinwand
Töpfe von Action- Pflanze von „Oh Green“.
Katze vom Bauernhof, Glassschale aus den 90 er.
Alles privat



Du warst der Sommer, der sich nicht entschied —
zu warm für März, zu zart für das, was blieb.
Ich trug dich wie ein Lied, das niemand singt,
weil manche Melodien zu tief ins Schweigen sinken.
Die Welt hat uns nicht auseinandergebrochen.
Sie hat nur leise ihren Atem angehalten —
so wie ein Abend, der sein Versprechen
ins Dunkel trägt und schweigend weiterzieht.
Manche Hände sind füreinander Heimweh —
eine Strömung ohne Namen, ohne Ufer.
Man trägt den anderen wie eine Morgenfrühe,
die man verschläft — und deren Licht man ruft ihr
nicht mehr nach. Weil man verstanden hat:
dass Schönheit sich nicht nimmt, nur still bezeugt wird.
Dass manches Kostbare sich tiefer eingraviert hat,
gerade weil kein Finger je den Umriss zog.
So leg ich dich in jenes sanfte Zwischen,
wo Dinge ruhen, die zu groß zum Halten —
nicht fortgegangen, nur ins Licht gewichen,
das bleibt, wenn sich die Jahreszeiten wenden.
By S.Dahnke
Deutsch ist für mich keine Selbstverständlichkeit mehr — es ist eine Entscheidung. Ich lebe in einem Sprachenbabel, wo Plattdeutsch, Französisch und der lokale Dialekt täglich aneinanderstoßen und das Hochdeutsche leise verdrängen. Schreiben ist mein Widerstand dagegen. Ein Gedicht auf Deutsch zu verfassen bedeutet für mich, eine Sprache bewusst in meinem Leben zu halten — ihre Präzision, ihre Tiefe, ihre Fähigkeit, das Unsagbare trotzdem zu sagen. Denn eine Sprache, die man nicht übt, verblasst — und mit ihr ein Stück von einem selbst.
… habe ich meinen Ausflug





Darmstadt im Juni
Armselig ist ein Mann, der sofort klagt gegen Menschen, die ihn als Lügner, gefolgt von seinem Vornamen bezeichnen. Ich meine, wir reden hier aber tatsächlich von einem Lügner. Falsche Versprechungen, Hochstapelei, Übertreibung und knallharte Aussagen, die einfach nicht stimmen. Wie bezeichnet man diesen Menschen ? Ich finde das Wort Lügner noch milde.
Wer glaubt, die Welt mit enthüllter Wahrheit zu retten, verwechselt Heldenmut mit Selbstopferung — die Geschichte der Whistleblower ist keine Geschichte des Sieges, sondern ein langer Friedhof aus zerbrochenen Menschen, die das Licht in sich trugen und dafür verbrannten.
Zum Tod von Christine Cotton. Mein Beileid und Kraft an die Familie.

Meine Kinder verwenden das Wort laufend, meiner Meinung nach im falschen Zusammenhang.
Episch ist das :
Ich bin jemand, der Beweise braucht. Anfassbares. Horoskope scrolle ich weg, Schicksalsgläubige lächle ich höflich an und denke dabei an etwas anderes. So bin ich gestrickt.
Bis das hier passierte.
Seit etwa zwei Jahren schleppe ich ein halbfertiges Romandokument mit mir rum. Eher ein nächtliches Projekt, etwas für die Stunden, in denen die Realität zu wenig hergibt. Die Hauptfigur ist ein Mann. Ich habe ihm einen Namen gegeben, der sich einfach stimmig anfühlte – irgendwo zwischen ungewöhnlich und glaubwürdig. Dabei habe ich mir nichts weiter gedacht.
Dann habe ich ihm ein Gesicht gegeben. Eine Art innere Collage aus allem, was ich je an Männern optisch anziehend fand. Die Augen von dem einen. Der Mund von einem anderen. Diese bestimmte Ausstrahlung, die manche Männer haben – als hätten sie ihr Leben lang draußen gearbeitet, sehen aber trotzdem immer irgendwie zu gut aus. Ihr wisst, was ich meine, oder ihr wisst es eben.
Und dann habe ich ihm noch ein Auto gegeben. Meins. Das, was ich seit Jahren fahre – zu alt für Eindruck, zu charaktervoll zum Hergeben. Ich liebe mein Auto, auch wenn es zur Zeit nicht fahrbereit in der Garage steht.
Vor ein paar Wochen war ich auf einer Veranstaltung. Hauptsächlich wegen des Buffets, wenn ich ehrlich bin und weil man da immer nette Kontakte knüpft. Jemand stellt mir einen Mann vor.
Er nennt seinen Namen.
Ich stehe da und glaube, ich habe mich verhört. Als hätte mich der Blitz getroffen.
Hatte ich aber nicht. Da stand der Mann aus meinem Buch!
Er sieht aus wie diese Collage in meinem Kopf. Und ich meine das so präzise, wie es klingt. Als hätte jemand meine Beschreibungen gelesen und danach einen Menschen zusammengesetzt.
Ich habe in diesem Moment vermutlich geschaut, als sehe ich einen Geist, so dass er fragte, ob alles in Ordnung ist.
Okay. Zufälle passieren. Ich atme durch, nehme einen Schluck Wein.
Dann sehe ich ihn nochmal richtig an und starre eher, mit offenem Mund! Mein Mund zuckt versuche langsam wieder die Kontrolle zu bekommen.
Er sagt etwas und klingt so, wie er aussieht. Rockstar mit Timbres und Akzent. Unfassbar das hier!
„Du siehst aus wie jemand, den ich kenne”, sage ich.
Was technisch gesehen stimmte.
Später gehen wir raus. Wir gehen zu seinem Auto, er will seinen Pullover wegbringen.
Ich sehe es von weitem und bleibe stehen.
Gleiches Modell. Gleiche Farbe. Gleicher kleiner Kratzer an der Stoßstange, den ich bei meinem seit Jahren ignoriere.
Ich erzähle ihm alles. Den Roman, den Namen, die Collage, das Auto. Er schaut mich an wie jemanden, der entweder sehr überzeugend improvisiert oder gerade einen seltsamen Tag hinter sich hat.
„Du schreibst also einen Roman”, sagt er, „und ich bin eh- die Hauptfigur?”
„Du warst es zuerst”, sage ich.
Wir lachen.
Ich habe zuhause den Ordner wieder geöffnet.
Und ich schreibe weiter.
Das Licht küsst sacht die schlafende Welt,
ein goldener Schimmer den Himmel erhellt.
Die Vögel erwachen mit zwitscherndem Lied,
der Tau auf den Blättern im Morgenwind flieht.
Der Duft von Jasmin trägt die Stille davon,
die Sonne erklimmt ihren strahlenden Thron.
Ein Summen, ein Rauschen, ein sanftes Erwachen —
der Sommer beginnt seine leuchtendem Lachen.
Am flachen Fluss im goldnen Licht
verliert der Tag sein ernstes Gesicht.
Menschen lachen, Wasser klingt,
während der Sommer leise singt.
Barfuß zieht Liebe durch den Sand,
warm wie Sonne auf der Hand.
Die Bäume rauschen ruhig und pur —
mein Herz gehört heut der Natur.
Und jeder Blick aufs klare Blau
macht selbst die laute Welt ganz lau.
Der Fluss trägt heimlich mit sich fort,
was schwer war an jedem andern Ort.
Am Fluss –
Steine-Sonne-Füße im Wasser-Krabbeltiere-Blüten- Sonnencreme-Seele die baumelt
Drei Stunden später –
Niederländische Touristen
Laut-halb nackt- überall Verpackung-überall Essen -Brot – Käse schwimmt nicht
Geschreie-der Sonnenstuhl ist im Fluss mit dem Kerl zusammengeklappt- er hockt fluchend im Wasser
Es wird laut, hektisch und jetzt spielen sie Ball im Fluss- der Ball treibt schnell weg- ausgespielt.
Ich lache sie aus- bin genervt- gehe nach Hause- hoffe die nehmen ihren Müll mit.





In Deutschland- und ich danach :

Chinesisches oder thailändisches Essen, aus einem Resraurant. Dasitzen, bedienen lassen, genießen. Es fehlt mir. Ganz extrem.
Japanisch geht auch, indisch auch 😊
Ich liebe Zeug aus allen Ecken der Welt. Mitbringsel, Erinnerungen.
Diese Ecke ist nicht geplant. Ich habe die Dinge einfach hingestellt, und irgendwann hat es gepasst.
Maria, Homer, Victor Hugo. Drei Figuren, die für sich stehen und zusammen ruhig wirken. Nichts Lautes, nichts Dekoratives im klassischen Sinn. Eher Präsenz.
Davor der Zierspargel im Glas. Für mich sieht er aus wie eine kleine Landschaft. Fein, dicht, mit vielen Ebenen. Man schaut rein und entdeckt immer noch etwas. Genau das hilft mir beim Schreiben. Ich brauche keinen großen Einstieg, mir reicht ein Detail, das hängen bleibt.
Das Schwein mit den Flügeln steht dazwischen. Ein Objekt, das nicht ganz in die Reihe passt und gerade deshalb wichtig ist. Es ist das zweite seiner Art, das erste hat ein lieber Freund – ich hoffe er besitzt es noch. Vor 30 Jahren verschenkt.
Für mich ist das so etwas wie ein kurzer Moment Glück. Kommt vorbei, bleibt kurz, dann geht es weiter. Mehr muss es nicht leisten.
Der Schädel daneben bringt eine andere Klarheit rein. Kein Symbol, eher ein Gegenstand, der alles wieder erdet.
Ich mag diese Dinge. Sie stehen einfach da und machen ihren Job. Und wenn ich schreibe, reicht oft ein Blick darauf, damit sich etwas sortiert.
Darunter Flaschengärten. Auf meinem Schreibtisch. Kleine Zauberorte festgehalten in Zeit und Raum.





…aber was will eine Frau mit so einem Typen ? als Mann meine ich…
Another Dummschwätzer- ein Hoppschrodel ohne Vergleich.
Die passende Bezeichnung ist wohl „verlogener, ahnungsloser, arroganter Grosskotz“! Oder nicht? Schwindler, Dummbrot oder Taugenichts ist zu freundlich und ähnlich – und entschuldigung- die armen ungeschlüpften Kücken, an dessen Eierschale er lecken soll . Igittt…
#fremdschämen? Nicht wert!



