Ein Haus im Dorf

Im Dorf steht ein Haus zum Verkauf.

Mit Garten.
Mit einem sehr schönen Garten.
Ich war schon dreimal „zufällig“ dort.
Mein Weg zum Briefkasten führt neuerdings einen Umweg.

Ich würde es so gerne kaufen. Mein eigenes Haus !

Mein Konto sagt: Nein.
Die Kinder sagen: Mama, wir wollen den Führerschein.
Der Mann sagt gar nichts. Er ist weg.
Der Unterhalt kommt, nur nicht genug, oder wenn er Lust hat.
Er hat ein Eigenheim, ich hatte die Schulden an der Backe…

Verdammt dazu nicht mehr heiraten zu dürfen, solange die Kinder Unterhalt bekommen. Mit Schulden, die nie meine waren.

Die Bank lacht noch. Ich nicht.

Also träume ich.

Von Morgenkaffee im Gras.
Von Tomaten, die ich nicht kaufen muss.
Von Hühnern, die mehr Eier legen als wir essen können.
Von Äpfeln, die ich einfach pflücke.
Von Kindern, die selbst fahren. Und trotzdem heimkommen.

Träumen kostet nichts.
Ist auch die einzige Hypothek, die ich bekomme.

Falls jemand ein Wunder übrig hat:
Auf meiner Website gibt es ein Unkostenkonto.
Nicht zum Betteln.
Eher für Wunder.

Man weiß ja nie.

Bis dahin gieße ich virtuell.
Und die Hühner heißen schon. Ich habe Namen.


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