Love is gonna find you again.

Glen Hansard – Bird of Sorrow

Manche Stimmen tragen etwas in sich, das weit über die Musik hinausgeht. Etwas Altes, beinahe Unheimliches. Als hätten sie Dinge gesehen, von denen andere Menschen nicht einmal träumen.

Glens Stimme ist so eine.

Und wenn man den Menschen und seine Geschichte hinter dieser Stimme kennt, bekommt „Bird of Sorrow“ eine ganz andere Schwere.

Da singt einer gegen die Dunkelheit an, als wüsste er, wie tief sie reicht. Mit einer Zärtlichkeit, die beinahe schmerzt, und einer Verzweiflung, die sich irgendwann nicht mehr verbergen lässt.

Love is gonna find you again.

Vielleicht ist es ein Versprechen. Vielleicht eine Beschwörung. Vielleicht richtet Glen diese Worte an jemanden, den er längst nicht mehr erreichen kann.

Oder an sich selbst.

Je länger das Lied dauert, desto mehr verschwimmt die Grenze zwischen Hoffnung und Schmerz. Als würde irgendwo eine Tür offen stehen, durch die niemand zurückkommt.

Und ich frage mich jedes Mal, wie viel Traurigkeit ein Mensch in seiner Stimme tragen kann, ohne daran zu zerbrechen.

Es gibt Menschen, deren Lieder man liebt.

Und es gibt Menschen, bei denen man sich wünscht, dass die Liebe, die sie so verzweifelt besingen, eines Tages auch wirklich zu ihnen zurückfindet.

Glen war für mich einer davon.